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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 9-10 (1876) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
9-10 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dibre Emeth ober Stimmen -er Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begonnen von I. C. Hartmann, fortgesetzt von I. de le Roi. Nr. 9 u. 10. 1876. 32. Jahrgang. Wie-er ein Schritt vorwärts. Nachdem seit den Tagen M. Mendelssohns die deutschen Juden die eigentliche Führerrolle innerhalb ihres gesammten Stammes überkommen haben, sind alle ans ihrem Gebiete geschehenden Entscheidungen von besonderer Bedeutung für das ganze zerstreute Israel, und die Erkenntniß dessen zumal in deutsch-jüdischen Kreisen auch eine weit verbreitete. Man hat dies wieder so recht bei Gelegenheit der Berathungen des Preußischen Landtages über den Austritt aus den jüdischen Synagogengemeinden zu bemerken Gelegenheit gehabt. In Preußen bestand nämlich das Gesetz, daß alle Juden innerhalb bestimmter Distrikte eine einzige Religionsgemeindc zu bilden berechtigt und gehalten sein sollten. Denn der Staat wußte nur von einer Einheit aller Juden und verlieh, von diesem Grundsätze ausgehend, den Juden innerhalb gewisser lokaler Grenzen die Korporationsrechte einer einheitlichen Religionsgemeindc, legte aber zugleich allen Einzelnen auch bestimmte Pflichten gegen eben diese Gemeinde auf und erlaubte ihnen vor Allem nicht, außerhalb derselben sich Juden zu nennen. Gerade dieses Gesetz nun wurde je länger je mehr von vielen einzelnen nur als eine Last, empfunden, denn die staatlicherseits vorausgesetzte religiöse Einheit aller Juden war in Wirklichkeit nicht vorhanden. Zwar hatte dieselbe auch in der Zeit von 1847, welche das nunmehr abgeschasfte Gesetz in's Leben gerufen, nicht bestanden. Denn auch damals herrschte inmitten der preußischen und deutschen Judcngemeinden ein lebhafter Streit der Geister über Orthodoxie und Reform, über das Recht des Alten und des Neuen,

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