Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 7-8 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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103 evangelischen Judenmissionswerke zwischen 200 und 220; die Totaleinnahme der Gesellschaften ungefähr 1,400,000 Mark. Jüngeren Datums und eigcnthümlichen Charakters ist die heutige Judenmission der katholischen Kirche. Dieselbe ist in der Hauptsache mit einem Namen verbunden, dem des französischen Proselyten und nachmaligen Paters Maria Alphons Ratisbonne, und Frankreich wurde durch denselben der Ausgangspunkt aller katholischen Judenmissionsbcstrebungen der Gegenwart. 1842 wurde Ratisbonne auf seine Bitte vom Papste Gregor XVI. in Rom zum Judenmissionar geweiht. 1843 gründete er die „Kongregation der Nonnen von Unserer Lieben Frau zu Sion". Diese Nonnen stifteten ihrerseits später Pensionate für junge Christinnen, welche ihnen die Mittel zum Unterhalte der von ihnen errichteten Waisenhäuser, Arbeitssäle und Schulen für die Armen lieferten. Im Jahre 1870 zählte der Orden bereits über 400 Mitglieder in 13 Häusern, die über den ganzen Erdkreis verbreitet sind, und z. B. auch außer Frankreich in England, Jassy, Galatz, Chalcedvn, Konstantinopel u. s. w. angetrofsen werden. Unter jenen Ordensmitgliedern befanden sich vor 6 Jahren schon 60 -70 Proselhtinnen, während damals die Zahl der durch die Bemühungen der Kongregation gewonnenen jüdischen Mädchen auf über 400 angegeben wurde. Auch im Heiligen Lande und Jerusalem hat der Orden seinen Sitz aufgeschlagen und auf der Stelle der Ruinen des Richthauses des Pontius Pilatus ein mächtiges Kloster erbaut, außerdem ein Waisenhaus bei St. Johann und im Gebirge Juda. Neben den Nonnen von Sion hat Pater Ratisbonne den kleinen Orden „der Priester von Sion" in's Leben gerufen, deren Dienst sich jedoch größtentheils auf Unterstützung der weiblichen Congregation beschränkt. Besonders bekannte Namen von Proselytcn, welche diese Ordensthätigkcit gewonnen hat, sind die des Karmeliter-Priors zu London, Pater Kohn, des Prälaten Bauer und der beiden Priester Joseph und August Lemaun aus Lyon, welche von letzterer Stadt aus eine größere Judenmissionsthätigkeit entfalten. — lieber diese Mission berichtet von deutschen Blättern „Das heilige Land" (Cöln, bei Bachem). Eigenthümlich ist es für die heutige katholische Judenmission, daß dieselbe überwiegend durch Frauen getrieben wird, und sich zumal der jüdischen Jugend zuwendet, welche sie nicht blos unterrichtet,