Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 5-6 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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77 und ließ dich hungern und speiste dich". Und an einem andern Orte (Ps. 90,16): „Erfreue uns nach den Tagen, in welchen du uns geplagt hast, und nach den Jahren, in welchen wir Böses gesehn". Rabbi Dosa hat gesagt: Sie sollen 400 Jahr währen. Denn an einem Orte steht geschrieben (1. Mose 15, 13): „Sie werden sie zu Knechten machen und ängstigen 400 Jahre lang". Und an einem anderen Orte: „Erfreue uns nach den Jahren". Rabbi sagt, 365 Jahre, nach der Zahl der Tage, in welchen die Sonne umläuft, wie geschrieben steht (Jes. 63, 4): „Denn der Tag der Rache ist in meinem Herzen, und das Jahr meiner Erlösung ist gekommen". R. Abimi, der Sohn R. Afhu, hat gelehrt: Die Tage des Messias sind bei den Kindern Israel 7000 Jahr, wie geschrieben steht (Jes. 62, 5): „Wie sich ein Bräutigam erfreuet über die Braut, so wird sich der Herr dein Gott über dich erfreuen". Rabbi Jehuda sagt, Samuel habe gesprochen, die Tage des Messias würden so lange sein, als von der Erschaffung der Welt bis jetzt, wie geschrieben steht (5. Mose 11, 21): „Wie die Tage des Himmels auf der Erde". Ras Nachman, der Sohn Isaak, sagt: So lange als von den Zeiten des Noah bis jetzt, wie geschrieben steht (Jes. 54, 9): „Dieses ist mir wie die Tage des Noah, da ich schwur". Rabbi Chija, der Sohn Abba, sprach, Rabbi Jochanan habe gesagt: Alle Propheten haben von nichts Auderm geweiffagt als von den Zeiten des Messias (vcrgl. auch Ap.-Gesch. 10, 43), aber von der zukünftigen Welt heißt es (Jes. 64,4): „Kein Auge hat's gesehn, o Gott, ohne du allein, was Gott thun wird denen, die auf ihn hoffen". Aber hier widerspricht Samuel, welcher sagt, daß zwischen dieser Welt und den Tagen des Messias nichts dazwischen sein werde, als die Zeit, da die Juden von den umliegenden Königreichen überwunden werden. Ferner sprach Rabbi Chija, der Sohn Abba, Rabbi Jochanan habe gesagt: Alle Propheten haben von nichts Anderem geweiffagt, als von denen, die Buße thun; aber von den vollkommenen Gerechten heißt es: „Kein Auge hat's gesehn". So weit das Zengniß dieses Kapitels aus dem talmudischen Traktat Sanhedrin. Wunderbar genug berührt es einen Jeden, der das Neue Testament und den von demselben verkündigten Messias Jesus Christus kennt. Denn jenes talmudische Messiasbild ist freilich durchaus kein einheitliches und in sich harmonisches,