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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 3-4 (1876) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
3-4 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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45 Dänemark, Deutschland, Oesterreich, Italien, Nord-Amerika und Australien haben das Verlangte bereits vollständig gewährt; einigen Beschränkungen sind noch die Juden Spaniens und Portugals, Rußlands, Rumäniens, Serbiens, der Türkei, Egyptens und mancher südamerikanischer Staaten unterworfen; die muhamedanischen Länder Afrikas und Asiens endlich halten die Juden noch in den mittelalterlichen und schlimmeren Verhältnissen. Den Stand der Dinge finden wir in den großen jüdischen Blättern durch, einzelne besondere Angaben gekennzeichnet. So liest man in denselben: Italien zählt 12 jüdische Abgeordnete, zu dcne» auch der Vizepräsident der Repräsentantenkammer gehört, der deutsche Reichstag deren 6, das Australische und Ungarische Parlament je 5; auch der neueste Präsident der Republik Venezuela soll ein Jude sein. Im französischen Heere giebt es bereits eine ganze Reihe von jüdischen Offizieren in den höheren Chargen. München und Berlin sehen an der Spitze ihrer Stadtversammlungen Bekenner des Judenthums; unter den preußischen Universitäten besitzen die von Berlin, Bonn, Breslau, Königsberg, Halle und Marburg auch jüdische Professoren. Zum ersten Male wird in der christlichen Zeit einem Israeliten, dem verstorbenen Professor Herz in Erlangen ein öffentliches Monument errichtet. Der jüdische Religionsunterricht wird in den Lehrplan der höheren preußischen Schulen mit aufgenommen, und im Verhältniß zur Gesammtzahl der Juden in Preußen besuchen 7 bis 8 mal mehr jüdische als christliche Zöglinge die höheren Lehranstalten des Staates. Dabei drängt sich die jüdische Bevölkerung aus den Dörfern und den kleinen Städten in außerordentlichem Maße nach den großen Städten und übertrifft im Durchschnitt bei Weitem die christliche an Wohlstand. Wird dies alles unseren Juden von ihren Blättern und durch ihre Führer als die lichte Seite ihrer gegenwärtigen äußeren Lage dargestellt, so fehlt es bei denselben nun aber doch auch nicht an Klagen über dunkle Punkte in dem Verhältnisse der Juden zu ihrer Umgebung. Anch hier ist es aber zunächst nicht unser Wunsch, die eigene Ansicht über den fraglichen Gegenstand auszusprechen, sondern wiederum vielmehr zuerst mitzutheilen, in welchem Lichte unsere Brüder aus Israel durch ihre eigenen Rathgeber die Sache anzuschancn angeleitet werden.

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