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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 11-12 (1875) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
11-12 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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192 nun lässest Du Deinen. Diener in Frieden fahren, Wie.Du gejagt hast" .», s. w, — da überlief cs den Alten .wie ein heiliger Schauer, seine Lippen bewegten sich, er seufzte hrchrcre Male tief, schlug seine Augen auf und sprach mit gehobener Stimme: „Sohn) ich beschwöre dich bei Gottdem Gotte Abrahains, Isaaks und Jakobs, bei unserer heil. Thora (Gesetzcsrolle) und bei Allem, was dem wahren Israel je und je heilig und thcucr war, daß du mir vor Gottes Angesicht bezeugst: ob das alles, was hn.mir gesagt/ wirklich wahr sei, und ob du von ganzem Herzen daran glaubst?" Er zeigte mit der linken Hand auf den Tallith (Gebetsmantel), den er eben bei seinem MorgengeNte gebraucht halte, daß ich ihn mir auf die Schultern.sMN^möge zum Zeichen, des HM. Eides; Ich that das und bejMMte mit fröhlichem Herzen, daß mein Glaube an Jesnm von Nazareth meines Herzens Uebcrzeugmig, Trost und Frieden sei. Da öffnete sich plötzlich die Thür imd. ^cr Sohn des Rabbi mit dem Gastwirt!), die wahrscheinlich schon lange hinter der Thür gehorcht hatten, stürzten in's Zimmer und stießen mich zur Thür hinaus. . , Mein Herz war voll seligen Schmerzes, als ich dys Haus verließ. Ich erkundigte mich mehrere Male täglich, beim Arzte, wie cs mit dem Kranken stünde, und hütete eines Tages., daß er in Lebensgefahr schwebe. Ich faßte ein Herz, nahm noch einen Arzt mit und ging hin; - aber weder der Arzt noch ich fanden Einlaß. Das Zimmer war immer voll von Juden aller Art/ die, wie ich später erfuhr, den Alten mit Vorwürfen gequält und ihn lieblos behandelt haben, weil er sich mit mir in ein religiöses Gespräch eingelassen. Im fieberhaften Zustand soll er oft die Worte gestammelt haben: „Herr, nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren, wie Du gesagt hast, denn meine Augen haben Deinen^Heiland gesehen." Mit schwerem Herzen verließ ich die Stadt, da dringende Amtspflichten mich nach Hause riefen. Als ich im April 1874 wieder nach Wilna kam, wurde mir das Grab meines Lehrers auf dem jüdischen Kirchhof gezeigt. Auf dem kahlen Grabhügel lag cm einfacher Feldstein mit der Inschrift, die der Sterbende sich selbst gewählt hatte: „Pniel, ich habe den Herrn von Angesicht gesehen und meine Seele ist genesen" (1. Mos. 32, 30). Inhalt: Wo bist du?.— Ein lehrreiches Stück Geschichte. — Al t - jüdische Karikaturnameu Jesu. — Eine Simeons- 1) ctlit fahrt. Preis des Jahrganges 10 Sgr. Briese und Liebesgaben für die Indenniijfion sende »um gefiilligfi an „Pastor de lc Rot, Breslau, Grstn-Straße 20." In Commission: Carl Dülfer'S Verlag in Breslau. Truck derSchreiberhalt'-^ieSdürfer Nettungs-Anstaltp». (Die öd o r f bei Krrhnern.);

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