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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 11-12 (1875) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
11-12 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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184 Du erwähntest auch iu Deinem Schreiben, daß Du sehr wünschest, mich zu scheu; auch ich sehne mich danach. Dein augcuehincs Antlitz zu sehe» und Deine gerühmte Weisheit und Größe kciiucn zu lernen. Möchte doch nach Deinem Versprechen geschehen, und möchte ich gewürdigt werden. Dein geehrtes, liebes und freundliches Angesicht zu sehen; Du würdest mir ein Vater und ich Dir ein Sohn gewesen sein; nach Deinem Befehle würde mein ganzes Volk verpflegt und nach Deinem Worte und guten Rathe würde ich ein- und ausgehen. Und nun (wünsche ich Dir) viel Frieden." Chasdai und die Juden Spaniens aber waren auf diese Weise um eine Hoffnung ärmer geworden; sie hatten an Stelle eines echt jüdischen Königs aus Davids Stamme nur einen znm Judenthum übergetrctcnen Chan eines barbarischen Volkes gefunden, und selbst das Reich dieses Proselytcn war bald danach verschwunden. Aber lehrreich genug ist allerdings diese ganze Geschichte, doppelt lehrreich bei dem Zustande des Judcnthnms in unseren Tagen. Wir lernen von diesem Falle, wie das zerstreute Israel auch dann nicht zum Frieden kommt, wenn es an der ganzen Kulturherrlichkeit der Völker, unter denen cs Wohnung gemacht hat, den vollsten Autheil nimmt. Israel vermag einmal selbst dann nicht das Wort vom „Messias" zu vergessen. Aber wenn cs nun in dieser Zeit hier oder dort hört: Der Messias ist gekommen und sein Reich aufgcrichtet, dann sieht es sich jedesmal getäuscht, falls dieser Messias ein anderer ist als Jesus Christus, und das Reich des Messias ein anderes als das Königreich, welches Jesus Christus durch Leiden, Sterben und Anfcrstehn erworben und gegründet hat. Alle Verwirklichungen der sogenannten mcssianischen Ideen und Gedanken, die bei dem Jesus der Christenheit und der Evangelien vorübergchn, erweisen sich für Israel, selbst daun, wenn cs dieselben mit Jubel als endliche Erfüllung seiner Verheißungen und Erwartungen begrüßt hatte, auf die Dauer als Phantome. — So dicht stand Chasdai, wie er glaubte, vor dem wahren Messiasreich! Sein Volk in Spanien unter dem Sceptcr der gewaltigen Chalifen gebildet, geehrt, reich an Staatsmännern, Gelehrten, Vornehmen und Großen — und zu gleicher Zeit ein Jude aus dem Throne eines gefürchteten, mächtigen Reiches — aber in Kurzem war alle diese Herrlichkeit wieder vernichtet! Spaniens Juden mußten nach entsetzlichen Leiden ans Spanien

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