Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 9-10 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWWW ISO Getauften auf 666 Erwachsene und 698 Kinder, in's Gesammt auf 1,364 Personen gestiegen ist. Es ist daher auch für die Juden unmöglich, solche Erfolge einfach todtzuschweigen, und die andauernde Polemik, welche ihrerseits gegen die Gesellschaft geübt wird, zeigt deutlich genug, welchen Werth ihre Behauptung hat, daß die Wirksamkeit dieser Mission gleich Null sei. Fast jede Woche, so schreibt Rev. Stern, hat ein Blatt, oder haben beide jüdisch-englische Blätter irgend etwas gegen die Mission gebracht, und dann und wann hallten ihre Bemerkungen auch, und zwar nicht eben in gewählten Ausdrücken, von den Kanzeln der Synagoge wieder. Hatten doch die religiösen Führer der Juden Englands mit Erscheinungen zu kämpfen, die ihnen sehr wenig angenehm waren. Vor Allem erregte es ihren besonderen Aerger, daß sich Juden aus allen Klassen der Gesellschaft und von allen Bildungsstufen auf die Einladung der Missionare hin willig finden ließen, Predigten in den Kirchen anzuhören, welche die große Frage zwischen Juden und Christen behandeln sollten. Mit höchstem Interesse hörten die jüdischen Gottesdienstbesucher den Worten der christlichen Prediger zu, und nur einmal wurde bei solcher Gelegenheit der Versuch gemacht, eine Störung hervorzurusen, sonst aber war das Verhalten der Anwesenden ein vollkommen würdiges und durchaus ernsthaftes. Predigten dieser Art fanden aber nicht bloß in London, sondern auch in den Provinzen statt, so besonders in Nottingham, Sheffield, Leeds und Manchester. Die Arbeit unter den englischen Juden stellt jedoch natürlich in dem Maße, als der gesammte Zustand derselben sich ändert, auch neue Forderungen an die Missionare; und im Laufe der letzten 30 Jahre ist allerdings einsehr bemerkbarer Wechsel in dem englischen Judenthum hervorgetreten. Die engherzigen Vorschriften des Talmud sind in Mißkredit gerathen oder werden völlig verworfen. Ueberall ist der Synagogengottesdienst in ein neues Gewand gekleidet, und Dogmen oder Prinzipien, die einst heftig befehdet wurden, werden jetzt mit eben solcher Leidenschaft gepredigt. Selbst, der Predigtstyl hat eine Reform erfahren, und Vieles in den Predigten erinnert recht auffällig an die christlichen Vorbilder. Wie sich aber Extreme oft leicht berühren, so hat die Verachtung für die menschlichen Traditionen eine große Zahl der Juden Englands nun auch zur Verwerfung selbst des Gotteswortes