Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 7-8 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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125 und der Weisheit des Evangeliums ausrüsten lassen, auf daß sic das Mittelglied werden können, welches zwischen die herrschende christliche Bevölkerung und die Juden tritt, damit beide einander in dem einen Namen des gemeinsamen Meisters Jesus Christus näherkommen. Möchten ihre Stimmen sich daselbst in solcher Weise erheben, daß sie beiden Theilen den Weg zeigen, welcher ihnen das Zusammenleben zum Segen machen kann. Man hat z. B. nach der letzten rumänischen Judenverfolgung vielen christlichen Kreisen, welche damals für Israel eine herzliche Sympathie an den Tag legten, mit Recht vorgeworfen, daß sie über der Schuld der Christen die ungeheure Schuld der dortigen Juden, welche durch ihr sociales Wirken besonders das rumänische Landvolk fast an den Bettelstab gebracht haben, ganz vergessen und deshalb die letzteren nur desto mehr erbittert haben. Die Missionare würden es sich angelegen sein lassen müssen, daß sie nicht ein gleicher Vorwurf treffen könne, und daß sie in dem neuen russischen Missionsgebiet nirgends etwa mit Voreingenommenheit auftreten. Gerade die Judenmission, welche doch von den Christen ausgeht, aber den Juden gelten will, soll es beweisen, daß sie für Beide das gleiche Herz hat, daß sie keine Unterschiede macht, sondern Alle von ihren Sünden frei und im Glauben an die Gnade selig werden sehen will. Die Mission soll den Christen zeigen, wie sie zu Israel stehen, und ihnen ihre Lieblosigkeit wie ihre Verachtung gegen die Glieder des Volkes, dem doch ihr Heiland und alle Propheten und alle Apostel angehören, in's Gewissen rufen; sie soll den Juden Vorhalten, welch eine tiefe Verwirrung ihr ganzes Leben aufweist, wie sie selbst ohne Ruhe geblieben sind, und wie ihr Zusammenwohnen milden anderen Nationen in einem Hause über dieselben so viel Unheil gebracht hat. Beiden soll es die Mission sagen, wie sie gegen einander gesündigt haben, ob Beide nicht auf die Straße der Liebe, mit der Christus alle Menschen geliebt hat, treten möchten. Es ist ein entscheidungsvoller Zeitpunkt, an dem die göttliche Weisheit die Mission in Rußland wieder einführt. Das Alte geht auch dort überall mit schnellen Schritten der Umwälzung oder dem Untergänge entgegen. Wer aber kann berechnen, was ein ernstes Zeugniß, dem man die Liebe für Alle anmerkt, auf beiden Seiten wirken könnte! Hat es wohl Jemand, menschlich gesprochen, für möglich gehalten, daß sich das Wort jener 12, welche die Apostel