Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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«4 gönnen hatte. Der Handwerksbursch selbst ist jedoch trotz aller Pflege gestorben. Kurz vor seinem Ende bemerkte derselbe, daß in der Büchse, welche die für ihn gesammelten Almosen enthielt, noch 3 Gulden übrig waren; da bat er seinen jüdischen Pfleger, dieselben als kleinen Lohn seiner Mühe zu behalten. Aber der edle Mann nahm sie nicht, sondern überwies sie nach dem Tode seines Pfleglings anderen Armen der Stadt. „Er hat in dieser Liebesprobe, sagt Woltersdorf, manche Christen beschämt." Gerade dieser Mann zeigte sich übrigens gegen das Wort des Missionars sehr aufmerksam. Während der Tage des Aufenthaltes von Woltersdorf in Fürth besuchte er den Zeugen des Evangelii täglich. „Ist der Messias gekommen? und ist Jesus der Messias?" diese Fragen beschäftigten seine Seele auf's Ernstlichste. Als Wollersdorf und sein Gefährte abreisen mußten, wollte er sich gar nicht darein finden. Er fürchtete, daß es Mangel an Subsistenzmitteln wäre, welcher sie von hinnen triebe, und bat sie, ihm zu gestatten, daß er zur Bezahlung ihres Unterhaltes im Wirthshause, da er selbst nichts besäße, für sie „6 Gulden zusammenfechten dürfe", dann wolle er sofort an's Betteln gehn. Die Missionare konnten jedoch nicht bleiben, ihre Pflicht rief sie an einen anderen Ort. Sie legten ihm das Wort, welches sie ihm verkündigt, noch einmal mit allem Nachdruck an das Herz, und Woltersdorf sagte ihm: „Er hoffe, ihn dermaleinst in der Seligkeit wiederzusehn". So schieden sie von einander; ihre Wege führten sie nicht wieder zusammen; unmittelbar darauf trat Woltersdorf seine Reise in den Orient an. Dort ist, wie vorhin erzählt, der Missionar gestorben; von jenem Juden haben wir daher auch nichts wieder erfahren, aber die Ewigkeit wird es offenbaren, ob ihn sein inneres Sehnen, das in Thaten der Liebe und im Fragen nach der Wahrheit so hell brennend zu Tage getteten ist, nicht auch zum Glauben an seinen Messias Jesus Christus und zuletzt zum Schauen seines Angesichtes geführt hat. Inhalt: Jahresbrief des evangel. Bischofs Gobat von Jerusalem. — Missionar Flad's Reise nach Abyssinien. (Schluß). — Aus Rußland. — Albrecht Fri edrich Wolter sdorf. — Ein b rennendes Herz. Preis des Jahrganges 10 Sgr. Briefe und Liebesgaben für die Judenmission sende man gefälligst an „Pastor deleRoi, Breslau, Grün-Straße 20." P. G. H. in P. 7 Gulden. P. S. in G. bei L. 4 Mk. Frl. B. in M. 6 Mk. Herzlichen Dank den lieben Gebern. Zu Esuimisston: Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck der Schreiherhau-DieSdorfer Rettungs-Anstalten. (DieSdorf bei Kuhnern.)