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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 11-12 (1874) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
11-12 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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185 die Frage: „Wie kann ich in meinem Tode, welcher nun einmal der Sünde Sold ist, meinem Gotte begegnen?" richten möge; und führt dann aus: Ohne Opfer gab es keine Versöhnung in Israel. Die Opfer aber waren so gut geboten wie die Beschneidung. Das Fehlen derselben beklagten denn auch die Juden von jeher in ihren Gebeten schmerzlich. Seitdem die Opfer nicht mehr dargebracht werden, bekennt das Gebet der Leviten am Versöhntage: „Wir hofften auf Vergebung, aber da war keine". Darüber hätten die Juden nun aber versucht, sich Ersatz für die Opfer zu schaffen: den todten Vogel, oder das Verdienst der Vorfahren und die eigenen Gebete, Fasten, Buße und Almosen. Aber das Alles übte ja und in noch höherem Grade auch das alte Israel und fand doch ohne Opfer keine Versöhnung. Gewiß, die Opfer ohne Herzenszerknirschung sind nach dem A. T. nichts, aber ebenso das Herzensopfer ohne das blutige Opfer unvollständig. Erst durch diese Opfer geschah von Seiten Gottes die Zusicherung der Vergebung. Gott hat die Buße Israels seit 1800 Jahren denn auch noch nicht mit ihrer Zurücksührung beantwortet. Das Opfer muß also gesunden werden, und es ist da: Jesus Christus. Man wirst gegen denselben freilich ein, er sei von unedler Abstammung gewesen; aber seine Zeitgenossen, die ihn doch bis zum Tode haßten, haben diesen Vorwurf nicht erhoben. Wunderbare Geburt aber verkündige und kenne das A. T. von Isaak an. Oder man bekennt, daß Jesus allerdings ein besonderer Mann gewesen sei, jedoch nicht Gott. Das jüdische Buch Sohar aber lehre ja auch die Dreieinigkeit, und das A. T. sehn wir in wunderbarer Weise vom „Engel des Herrn", „Wort Gottes", „Weisheit Gottes", „Sohn Gottes" reden. Und wenn Jehovah im steinernen Tempel wohnen konnte, so doch gewiß auch in Jesu von Nazareth. Jesus selbst gestattet es aber nicht, ihn als einen bloßen Menschen anzunehmen, er gestattet nur, zu wählen, ob er ein Betrüger oder ob er Gott gewesen sei. Man wirft ein, als Gott habe Christus nicht von Gott verlassen werden können, wie er doch selbst am Kreuz klagt. Aber er litt diese Noth für uns, als heiliges Opfer für unsere Sünde. Man weist darauf hin, daß der wahre Messias Frieden bringen sollte, Christus das aber nicht gethan habe. Aber „er lehrt Frieden unter den Völkern", wie das A. T. sagt, und hat so der Welt eine Fülle von Friedensgaben auf allen Lebensgebieten gebracht.

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