Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 11-12 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Falaschas ist hierüber sehr betrübt. Sie schrieb aus Anlaß dessen an die Kommittee der Londoner Gesellschaft folgenden Brief: „Möge dieser Brief, den Debtera (ein Gelehrter) Beroo, Debtera Fanta, Debtera Liena, Aba Goshoo, Aba Tadla, Debtera Gebra Egsiabher, Debtera Alamy, Debtera Aron Wazy/ Aragau, Samany, Agashy, Sanbatoo und alle Bekehrte absenden, die verehrlichen Mitglieder der Londoner Juden-Missionsgesellschaft erreichen. Wie geht es Ihnen? Durch des Herrn Güte und Ihr Gebet befinden wir uns Alle wohl. Wir sind sehr erfreut und voll Danks gewesen, daß Sie uns wieder unsern theuren Vater Martin Flad geschickt haben, der mit sich unsere Brüder gebracht hat, die, wie wir hoffen, für uns alle werden ein Segen werden. Es hat Ihnen große Kosten verursacht, dieselben uns zu senden und mit ihnen so viele heilige Schriften und Traktate. Unser Gebet ist, daß der Herr Sie für das Alles reichlich hier und im Himmel segnen wolle. Wenn wir zurückblicken und Alles, was für uns gethan ist, bedenken, dann sehn wir das Wort des Paulus (Hebräer 13, 5) an uns wahr werden: „Ich will dich nicht verlassen noch versäumen". Deshalb ist es unserer Herzen aufrichtiges Verlangen, während wir noch leben. Ihm zu leben. Ihm zu dienen und uns für Seine Sache zuopfern, so daß wir am Ende unseres Lebens in Ihm auch mögen sterben können. Sehr betrübt sind wir, daß der König und der Bischof unseres Landes Herrn Flad nicht die Erlaubniß gaben, bei uns einige Zeit zu verbleiben. Wir finden es recht hart, daß sie ihn sobald hinweggeschickt haben. Bei seiner Ankunft hatten wir gewiß gehofft, nunmehr Religionsfreiheit zu erlangen; aber einstweilen haben wir diese Hoffnung noch aufzugeben. Dennoch hoffen wir: Der Herr erhört uns und wird uns in kurzer Zeit Religionsfreiheit geben, so daß wir nicht mehr nöthig haben, die, welche glauben, in der götzendienerischen Kirche Abhssiniens taufen zu lassen, sondern eine englisch-protestantische Kirche mit allen den Segnungen derselben erlangen werden. Offenbar sind wir an einem entscheidenden Punkte angelangt; der Grund ist, daß wir nicht die Jungfrau Maria und andere Heilige als unsere Fürsprecher anbeten, sondern es offen bekennen: Dies ist wider das Evangelium und deshalb Sünde; sie waren auch nur Menschen, durch die Gnade Christi erlöst, und