Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 7-8 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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IW sollten Aller Knie, wie Abraham sich gebeugt vor dem segnenden Priesterkönig Meichisedek. Hebr. 7, 5. 6. „Und während die, welche aus den Söhnen Levi's den Priesterstand überkommen, ein Gebot haben zu bezehnten das Volk gemäß dem Gesetz, d. i. ihre Brüder, obwohl sie von Abraham abgestammt sind, hat er, der nicht auf ihr Geschlecht zurückgeführt wird, bezehntet den Abraham und den Inhaber der Verheißungen gesegnet." Hier wird in Bezug auf den Zehnten noch ein besonderer Umstand hervorgehoben. Es werden gegenübergestellt: Die levitischen Priester und Meichisedek. Jene besitzen das Priesteramt durch Erbrecht nach dem Gesetz, Meichisedek aber ist Priester nicht durch Gesetz noch Erbrecht, sondern von Gottes Gnaden. Die levitischen Priester erheben kraft ihres gesetzlichen Amtsrechts den Zehnten von ihren Brüdern, d. h. von den mit ihnen zusammen von Abraham abstammenden Israeliten; Meichisedek aber empfängt den Zehnten von Abraham, dem Stammvater aller Israeliten, auch der Leviten, dem Stammvater nicht blos Derer, welche Zehnten zu geben, sondern auch Derer, welche Zehnten zu empfangen haben; und zwar empfängt Melchisedek den Zehnten von Abraham, obwohl er nicht vom Pricsterstamm seine Herkunft ableitct. So ist Melchisedek, der von Abraham durch den Zehnten anerkannte Priester, erhaben über Abraham und damit auch über die, welche durch Erbrecht das levitische Priesteramt besitzen. Melchisedek's Priesterthum ist nicht ein gesetzliches, bei welchem die Person hinter das Amt zurücktritt, sondern ein persönliches, auf ihm persönlich gegebener Gnadenverleihung beruhendes. So ist er ein Typus von Dem, in dessen Leiden und Sterben das Priesterthum leibhaftig und persönlich sich geoffenbart hat; ein Typus Dessen, der über Abraham und über alle gesetzlich berufenen Priester erhaben ist. Diese Erhabenheit, welche sich auch darin zeigt, daß Melchisedek den Abraham segnet, wird nun noch besonders hervorgehoben: Hebr. 7, 7. „Ohne alle Widerrede aber wird das Geringere von dem Höheren gesegnet." Wer den Segen empfängt, der beugt sich vor dem, der seine Hände ausbreitet, den Segen zu ertheilen. So beugt sich der Sohn vor seinem Vater oder seiner Mutter, wenn sie ihm segnend die Hände aus das Haupt legen; so beugt sich die Gemeinde, wenn