Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 5-6 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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93 Höhe erreicht zu haben meintet,, selbst genöthigt werden, theils ein so vernichtendes Urtheil über ihre inneren religiösen-Zustände auszusprechen, theils durch lauter äußere Stützen ihre Sache zu halten, will in seiner vollen Bedeutsamkeit gewürdigt werden. Dem bissetzt erst noch rein theoretischen Bewußtsein und Urtheil kann zu seiner Zeit auch der Schmerz der Herzen Nachfolgen, daß es so bös unter dem Religionsvolke steht, und eben deßhalb uannten wir Liese gegenwärtige Bewegung unter den preußischen Juden: ein Lebenszeichen. Noch etwas von $). Ä. Stern. In der ersten Nummer unserer Zeitschrift brachten wir einige Mittheilungen über den jüngst verstorbenen Proselytrn und Schriftvorleser in Jerusalem P. I. Stern. Die „Saat auf Hoffnung" haben ausführlicher über diesen theuren Gottesmann berichtet. Jener Zeitschrift entnehmen wir noch das Folgende. Stern selbst erzählt: . , „Einmal, als ich in der Werkstatt an meiner Arbeit war, kam es.mir wie ein Feuer in's Herz, und eine unwiderstehliche Stimme sagte mir: Nimm ein Brett und gehe in die Judengasse (zu Jerusalem) und zeig ihnen, daß du nicht für Geld an Jesum glaubst, sondern weil du in ihm den Messias Israels gefunden. Sage ihnen: Als ich Jude war, war ich Schachet (Schlächter) und ein wohlangesehener Mann und habe dabei keinen Frieden gehabt; jetzt, seit ich den Messias gefunden, lerne ich trotz meines Gichtleidens und Alters noch das Drechseln und. bin doch dabei der glücklichste Mensch. Gehe und predige ihnen den in Jeschua Hanozri erschienenen Christus." Diese. Stimme, erfaßte, ihn -so gewaltig, daß er ein Brett auf seine Achseln nahm und ohne Rock mit seinem Arbeitsschurz in die Judenstraße ging und dort Jesum den Gekreuzigten predigte. „Ich sprach damals -7so erzählt er dem nachmaligen Missionar-Landsmann öfters — wirklich wie mit Engelszungen, ein himmlisches Feuer brannte in Meinem Herzen und lohete aus meinem Munde, und ich wundere mich! jetzt noch darüber, was-für Kraft ich damals-hatte. Die Juden haben mich geschlagen--aber ich fühlte es-nichtich empfand nur de»! Schmerz, daßr so viele Seelen verlören gehen sollten^-. -'■> . .«! „An einem Rasttage des Neumondes, erzählt derselbe Lands--