Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 5-6 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554813-2554817--06163-2562142- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
73 ihrer Hände Arbeit ernähren können, aber ein Fortschritt ist auch in diesem Stücke zu erkennen. Das gute Werk wird jedesfalls von Dem nicht verlassen werden, der bisher sein Ja und Amen zu demselben gegeben hat; denn ganz sichtbar hat bis dahin der Segen Gottes auf der Mission in Kischinech, gelegen. Eine Misstonsreise in Polen. Herr Pastor Dworkowicz aus Warschau hat im Jahre 1873 eine Missionsreise unter den Juden Polens gemacht, über die er uns Näheres durch einen Bericht, der in dem Petersburger Sonntagsblatt erschienen ist, mitgetheilt hat. Einiges hieraus möchten wir auch zur Kenntniß unserer Leser bringen, um denselben ein Bild von den Zuständen der russisch-polnischen Juden zu geben. Da heißt es zum Beispiel: Am 28. Mai besuchten wir eine gottesfürchtige jüdische Familie, welche mit Sehnsucht „auf den Trost Israels wartete", und ich versuchte ihnen „aller Heiden Trost" nach Hagg. 2, 8 anzupreisen. Sv lange ich von Christo, dem Erlöser Israels, sprach, hörten sie alle aufmerksam zu; sobald ich aber den Namen Jesu nannte, fand ich den hartnäckigsten Widerstand. Die Hausmutter, welche während unserer Unterhaltung andächtig betete, setzte mir einen verzweifelten Widerstand entgegen. Am 29. Mai besuchten mich einige Chasidim unter dem Schutze eines jüdischen Polizisten, um mit mir zu disputiren. Da sie aber bald darauf merkten, daß sie einer solchen Disputation nicht gewachsen wären, so geriethen sie in große Wuth; ein Jeder kaufte den Traktat „Kol Koroh" vom Grafen Wengierski und zerrissen ihn vor meinen Augen in Stücken. Am 30. Mai kam ein frommer Jüngling aus Israel drei Mal zu mir und versuchte jedesmal in allem Ernste, mich zu Gott zu bekehren. Er versprach mir, „Olamhabuh" oder die zukünftige Seligkeit; er verhieß mir Ehre und Ruhm im Himmel und auf Erden und einen vornehmen Platz im zukünftigen MessiaS- Reiche, wenn ich das N. Test, verbrennen, an Raschi und den Talmud glauben und ein frommer Chasid werden könnte und wolle. Er bat mich herzinniglich und um Jchova's willen, ich möchte doch