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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 3-4 (1874) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
3-4 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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60 bigotten Muhämedanern umgeben sind, schrecklich unterdrückt. Die Muhamedaner stehlen ihnen, ja nehmen ihnen oft ganz offen ihr Vieh, Schafe und Ziegen fort, schneiden ihr Korn ab und nehmen es mit sich, und sie können dafür niemals Schadenersatz erlangen. In der Nähe von Nablus besuchte ich Rafidia, wo wir Gottesdienst hielten; der Geistliche Chaleel, früher ein griechischer Priester, las die Gebete sehr feierlich und nachdrucksvoll. Pastor Carabet Stephan, in Diarbekir stationirt, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Predigt an die Muhamedaner, besonders an die Kurden, eine Thätigkeit, für welche er eine ausnehmende Geschicklichkeit besitzt; er wirkt als Pionier in Hoffnung auf die Zukunft. Von Taufen kann er noch nicht erzählen, wohl aber, daß sich manche Kurden zum Christcnthum Hinneigen und sich nur noch durch die Furcht, dafür getödtet zu werden, von einem öffentlichen Bekenntniß zu demselben zurückhalten lassen. Zuletzt sei noch Aintab in Cilicicn mit seiner evangelischen Gemeinde von in's Gesammt 600 Seelen erwähnt; dieselbe steht unter der Pflege des Pastor Megherditch, des früheren Erzbischofs der armenischen Kirche. Nach den Berichten eines englischen Geistlichen, der mehrere Tage bei dem Erzbischof zug'ebracht hatte, und des englischen Consuls von Aleppo, der selbst ein Glied jener Gemeinde ist und Aintab fast alle drei Monate besucht, um dort den Bau einer geräumigen Kirche zu leiten, wie aus meiner eigenen persönlichen Erfahrung, kann ich aber die Aufrichtigkeit und die Lauterkeit jenes Erzbischofs bezeugen. Ehe er Bischof wurde, war er 12 Jahre lang Professor in Aintab; und gerade bevor sein Gewissen ihn zwang, seine Kirche zu verlassen, um sich der englischen Kirche anzuschließen, war er ernannt und von der türkischen Regierung angestellt worden, die Pflichten und Amtsgeschäfte des alten Patriarchen und Katholikos von Eis zu übernehmen; dabei war ihm das Versprechen der Nachfolge in diesen beiden Aemtern, den höchsten der armenischen Kirche, gegeben. Während der acht Jahre seines geistlichen Amtes aber und obwohl er doch nur der Pastor der armen Gemeinde in Aintab wurde, hat er treulich als Missionar gearbeitet und sich an einem durchschnittlichen Einkommen von etwa 450 Thalern begnügt. Vor zwei Jahren gab ein Engländer, welcher die Geschichte der Bekehrung des Erzbischofs und des Werkes in Aintab las, 1000 Pfund Sterling für den Bau einer Kirche daselbst, welchen

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