Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 1-2 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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aller Klassen gelangt, von denen Einige bereits gläubig sind, während Andere noch in der Finsterniß dahingehcn. Ein großer Segen ist dadurch auf unsere Nation gebracht worden, daß man ihr die Amharische Bibel dargeboten hat. Wir sind erfreut, mehr und mehr zu bemerken, daß unser Volk durch das Studium derselben den Unterschied zwischen Gotteswort und Menschenwort zu begreifen beginnt. Eh: wir die Amharische Bibel hatten, folgten wir unwissend unseren blinden und unwissenden Leitern, den Priestern, deren Lehren in den meisten Fällen dem Gottesworte entgegen sind. Von nun an sind wir fast fortwährend mit ihnen im Streit über die Heiligen und die Sabbath-Göttin Sanbat (vergl. Flad's Buch über die Falaschas S. 7 und 8), weil sie glauben, daß sie und die Heiligen die Sünder mit Gott versöhnen können. Sie behaupten auch, daß Gesetzes-Uebertretungen durch Opfer gesühnt werden können, von denen sie sagen, daß dieselben immer dauern würden. Heftigen Widerspruch setzen sie unserer Lehre entgegen, daß, seit Christus gekommen ist und er sich selbst zum Opfer für unsere Sünde gemacht hat und seit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem, die mosaischen Opfer verboten sind. Oft antworten sie darauf: „Hat denn Christus nicht selbst gesagt, daß er nicht gekommen sei, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern zu erfüllen?" Dann entgegnen wir ihnen: „Durch Christum sind sie erfüllt: die Prophezeihungen durch sein Kommen in die Welt, seinen Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt; — durch sein tadelloses Leben aber erfüllte er selbst das Gesetz; und deßhalb giebt es nun eine Gerechtigkeit aus Gnaden, ohne Zuthun des Gesetzes. Er erlöste uns, da er seine Seele zu einem Opfer für die Sünder machte." Sach. 3, 9; 13,1. Dan. 9, 29. Jes. 9,6; 53; 55, 4—13. Jer. 31 u. s. w. Als Zeugnisse gegen ihr Opfer führen wir an: 5. Mos. 12, 14; Jos. 22; Ps. 78, 67. Seit Christus gekommen ist, haben die Opfer des Alten Testamentes aufgehört. Doch dieser Gegenstand erregt gewöhnlich großen Streit, besonders mit den Priestern, von denen wir viel Unbill zu erleiden haben. Sie sagen: „Ihr seid weder Christen (die eingeborenen Christen Abhssiniens sind nämlich die Coptcn) noch Falaschas, denn weder die Christen dieses Landes noch die Falaschas mögen eure Lehre. Die Christen glauben an die verdienstlichen Werke der Heiligen." Diese Jrrthümer bieten uns die Gelegenheit, ihnen die Schriftstellen zu zeigen, welche ihre