Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 1-2 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554813-2554815--06090-2562067- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
preisen, ob ich möchte die, so mein Fleisch find, zu eifern reizen, und ihrer etliche selig machen. Römer 11, 13. 14. Der jetzige Herausgeber der Dibre Emeth nun ist diesem Blatte nicht fremd; seit 1867 war er an demselben in stets wachsendem Maße thütig; man hat auch seine Feder genugsam wiedercrkannt. In der Richtung und Tendenz des Blattes soll nichts geändert werden. ES wendet sich nach wie vor an Israeliten und an Freunde Israels; und möchte insbesondere, was andere Judcnmissionsblättcr nicht in dem gleichen Grade thun, die Juden in ihrer gegenwärtigen geistigen Entwickelung und Eigenthümlichkeit sowohl kennen und verstehen lehren, als sie in derselben anreden, um an ihrer Einigung mit der christlichen Kirche in dem Geiste Christi an seinem Thcile Mitarbeiten zu helfen. Dafür bedarf der Herausgeber der Unterstützung. Es ist nicht gut, wenn sich eine Stimme zu ausschließlich hören läßt; die Gründe dafür liegen ja auf der Hand. Eben deßhalb richtet der Herausgeber die Bitte an die Leser, ihm auch an ihrem Theile in seiner Arbeit behilflich zu sein. Juden wie Christen, welche für die Sache der gemeinsamen Glaubenseinigung durch freie Ueberzeugung ein Herzensinteresse haben, werden zur Mitarbeit aufgefordert. Gegensatz und Widerspruch, wenn sie nicht einen bitteren Geist verrathen oder unwürdige Motive auf der Stirn tragen, sollen ruhig zu Worte kommen; und der Herausgeber verspricht, alle Mittheilungen Anderer, so weit cS irgend der Raum gestattet, und sofern sie sich irgend mit der Tendenz des Blattes vertragen, dankbar aufzunehmen. Ein nachsichtiges gegenseitiges Sichertragen in Einzelheiten, durch die Jemand selbst mit sonstigen -Gesinnungsgenossen in Widerspruch tritt, muß um so mehr statthaben. Die Judenmissivn und unser Blatt, als eine der mancherlei Unternehmungen in ihrem Gesammtwerke, erklären offen, daß sie die Bekehrung der Juden zu Christo ganz direkt im Auge haben; sie sind auch bereit, hierfür Rechenschaft zu geben; sie wünschen herzlich, daß man offen mit Allem Heraustrete, was man gegen sie hat, und sie sind überzeugt, daß sie dadurch: hier Fehltritte vermeiden lernen und dort ein besseres Berständniß für ihres Herzens Anliegen gewinnen werden. Deßhalb trieb es den Herausgeber der Dibre Emeth zu diesen einleitenden Worten; mögen sie freundliche Aufnahme finden. Das walte Gott!