Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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192 religiösen Ansichten begegnen, macht sie weniger bedenklich gegen die Sendung derselben in eine christliche Schule. Diese zwei Gründe erklären nicht allein die Nothwendigkeit einer Mädchenschule, sondern auch den Erfolg, dessen sich die Missionsschule zu erfreuen hätte. Deswegen darf es nicht Erstaunen erwecken, wenn sich die Zahl der die Schule Besuchenden während des Jahres stets auf 90 bis 100 belief, und daß diese Zahl beim Vorhandensein geeigneter Räumlichkeiten u. s. w. selbst hätte vermehrt werden können. Die Kinder gewinnen eine solche Anhänglichkeit an die Schule,-daß die älteren Mädchen von Herzen betrübt sind, wenn häusliche Umstände ihren Besuch verhindern, oder wenn sie um einer vorzeitigen Heirath willen dieselbe zu verlassen genöthigt werden. Ihre Fortschritte in weltlichem und religiösem Wissen sind befriedigend und ermuthigend. Diese Schule besteht nun 10 Jahre und mehr als 1000 Töchter Abrahams haben sie längere oder kürzere Zeit besucht. Wir finden auch häufig den Beweis, daß der gute Same in diesem wichtigen Arbeitsfelde nicht umsonst gesäet worden ist. So haben zwei Schwestern, ftühere Schülerinnen, an der Ertheilung des Unterrichts in den mittleren Klaffen theilgenommen, wofür sie einige Geldunterstützung von Privatfreunden aus der Schweiz erhielten. Gelegentlich begegnen die Missionare Schülern, die, nachdem sie die Schule schon seit Jahren verlassen haben, sich immer wieder an Schriftstellen erinnern, welche sie bei denselben gelernt haben. Ein Mädchen, dem die Lehrerin jüngst begegnete, sagte: „Etwas, das ich mir oft wiederhole, ist ein Vers aus der Bibel, den Sie mich gelehrt haben." „Und welcher ist dieser Vers?" frug die letztere. Die Antwort lautete: „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab u. s. w." Freilich sind aber auch der Schwierigkeiten, welche die Leitung dieser kleinen Heerde mit sich bringt, nicht wenige und geringe; während deck vergangenen Jahres wurden sie überdem noch durch eine herzlose Beraubung des Eigenthums der Lehrerin durch zwei Sicilianer, die nun die Strafe ihres Verbrechens erwartet, vermehrt. (Schluß folgt). Inhalt: Kämpfe und Siege eines jüdischen,Herzens. — Aus der Arbeit eines Jahres. Gaben für die Zudenmisfion und für arme und kranke Proselyten erbitte» herzlich die Prediger in Breslau: H. Hartmann, Vorwerksstraße 29, H. Behrends, Kirchstraße 22, H. Goldinger, Friedrichstraße 10 oder de le Roi, Grünstraße 20, Breslau. In Commisfion: Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von O. Naabe, vorm. E. H. Storch u Comp, in Breslau.