Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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166 auf daS Leben und den Charakter Jesu Christi, im Leviticus ein für meinen Geist, sobald ich das Licht des Evangeliums ausschlösse, unüberwindliches Hinderniß fände. Er würde sich erinnern, daß während der Dauer des Tempels das einzige Verdienst, welches ein Jude haben konnte, wenn er sich Gott nahte, in einem Opfer bestand. Dies Opfer aber ward selbst nicht ohne die Vermittelung eines Hohenpriesters angenommen. Die Schrift erklärt, daß ohne Blutvergießen keine Vergebung zu finden sei, denn „es ist das Blut, das eine Versöhnung stiftet," und „ohne Blutvergießen giebt es keine Vergebung der Sünden." Was haben wir jetzt aber als Opfer und wo einen Hohenpriester? Das ganze Wort Gottes wies auf Jesum, den Messias, der in die Welt kam, sich selbst als Opfer für die Sünde aller Menschen darzubringen, und für alle Folgezeit ihr großer Vermittler, ihr Friedefürft zu sein. Da mich aber der Geist Gottes erleuchtet hat, um den großen Werth dieser köstlichen Predigt zu verstehen, so könnte ich nun auch nicht länger davon zurückstehen, die Freude und den Dank, mit denen mein Herz erfüllt sind, ftei auszusprechen." Der Vorsteher kam zu mir noch an demselben Morgen und sagte mir, ich möchte sogleich abreisen. Er drückte seine auftichtige Sympathie mit meinen Verwandten aus und sagte, er könne eine solche muthwillige Zerstörung meiner Stellung und meiner vortrefflichen Aussichten in der jüdischen Gemeinde nur einem Zustande von gestörter Zurechnungsfähigkeit zuschreiben. Ich telegraphirte an Herrn Alexander, der mich mit offenen Armen willkommen hieß. Hier genoß ich die geistliche Stärkung und fand den christlichen Verkehr, nach dem meine Seele so lange gelechzt hatte. Unter Gebet und Betrachtung bereitete ich mich nun selbst für ein öffentliches Bekenntniß des Herrn Jesu vor. Ich wurde demnach bei dem Prediger Graham eingeführt, der am Sonntag, den 2. Februar, Abends die Taufe in Gegenwart einer großen und andächtigen Versammlung an mir vollzog. Es war der feierlichste Augenblick meines Lebens und wird lyeinem Herzen immer als der große Vorgeschmack einer himmlischen Seligkeit eingeprägt bleiben. In Jesu Armen ruhend, sicher, daß keine