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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 9-10 (1873) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
9-10 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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160 man kostet der Gesellschaft eine große Summe Geldes, und bleibt bei dem äußeren Bekenntnisse des Christenthums nur so lange, als man in einem faulen Leben erhalten wird." Kaum hatte er diese Worte gesprochen, als ein armer Proselyt auf seinem Wege zu dem Orte seiner beschwerlichen Arbeit, nämlich den Schiffswerften, an die Missionare herantrat, um mit ihnen etntjje Worte zu wechseln. Der Jude ihn irrthümlich für einen Religionsgenossen ansehend, drang heftig in ihn, diese Stelle zu verlassen und mit solchen Leuten nichts zu thun zu haben. „Fehlt Ihnen Beschäftigung," sprach er laut, „so kommen Sie sogleich mit mir, ich beschäftige viele Leute; Sie sollen wie der am meisten Begünstigste unter ihnen bezahlt werden, und dabei die Befriedigung haben, der Religion ihrer Väter treu zu bleiben." Die Missionare sahen, daß es hier eine herrliche Gelegenheit gäbe, die beständige Anklage zurückzuweisen, daß unsere Bekehrten sich von Gründen, die äußeren Lohn im Auge hätten, leiten ließen, und warteten gespannt auf die Antwort des Werftarbeiters. Der zeigte seine zerarbeiteten Hände dem mit heftigen Worten auf ihn Eindringendcn und sprach mit klarer Stimme: „Sie irren sich, wenn Sie denken, daß ich mein Gewissen für Geld verkaufe; ich bin ein Christ und als solcher arbeite ich mit diesen Händen für meine eigene und meiner Familie Erhaltung. Als Jude habe ich bessere Tage gesehen und bin zur Arbeit mit meinen Händen nicht erzogen worden, aber ich bin mit meinem Loose zuftieden und danke Gott, daß er mich zur Erkenntniß seines SohneS Jesu Christi gebracht hat." Sein Gegner war außer Fassung gebracht, er wußte kein Wort mehr zu sagen. Seine Anklage hatte eine würdige und passende Widerlegung gefunden. Inhalt: Die Grundlage des nachchristlichen Judenthums. — Gegen und Für die Judenmission. — Auf mancherlei Weise. Gaben für die Zudenmisfion und für arme und kranke Proselyten erbitten herzlich die Prediger in Breslau: H. Hartmann, Borwerksstraße 29, H. Behrends, Kirchstraße 22, H. Goldinger, Friedrichstraße 19 oder de le Roi, Agnesstraße 8, Breslau. I« Commission: Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von O. Raabe, vorm. E. H. Storch u Comp, in Breslau.

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