Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 9-10 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibre Emeth Stimmen -er Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. In Verbindung mit I. de le Roi, herausgegeben von Sg. CT. Hartman». JV£ 9 u.!©♦ 1873. 39, Jahrgang. Die Grundlage des nachchristlichen Judenthums. Wir bringen im Nachfolgenden die Auslassungen einer der größten wissenschaftlichen Autoritäten unter den heutigen Juden über die Grundlage des nachchristlichen Judenthums, nämlich des unseren Lesern bereits bekannten Verfassers der „Geschichte der Juden," Professor Grätz. Die Stimme desselben ist um so größerer Beachtung werth, als sie mit dem, was christlicherseits über denselben Gegenstand mehrfach laut geworden ist, in der Hauptsache übereinstimmt. Prof. Grätz sagt: „ Seit Hillel, der bekanntlich um die Zeit Christi lebte, hat das Judenthum entschieden einen besonderen und eigenthümlichen Gesetzescharakter erhalten; von hier ab nimmt es die talmudische Gestalt an. Brauch und Herkommen, die von den Sadducäern als Menschensatzung und daher als unberechtigte Neuerung verworfen worden waren, empfingen durch ihn die gleiche Geltung wie das sinaitische Gesetz. Brauch und Herkommen traten als die mündliche (sopherische) Lehre neben die schriftliche (der 5 Bücher Mosis). Hillel versöhnte Beide miteinander, und fortan lagen die beiden nicht mehr wie zwei einander ftemde Gebiete weit auseinander, sondern traten in innige Berührung zu einander. Ueberliefern, erklären, vergleichen und unterscheiden die überkommenen Lehrsätze, das ist in dieser Periode der Inhalt des Judenthums. 9