Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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123 bei, die der Gegenstand ihrer zärtlichen Sorge werden. Andere sind erfreut, den leeren Platz eines zu früh Heimgegangenen Kindes von einem dieser Geretteten eingenommen zu sehen. Eine Dame hatte sich von zwei Geschwistern von 5 und 7 Jahren das kleine Mädchen ausgesucht, um sie an Kindesstatt anzunehmen. Wiewohl es ihr schwer ward, die verwaisten Geschwister zu trennen, so konnte sie sich doch nicht entschließen, beide zu nehmen. Auch Miß M. ward es schwer um's Herz, aber sie wußte, daß Mabel bei dieser trefflichen Dame gut aufgehoben sein würde. Des andern Tages kam ein Telegramm: „Senden Sie Willy auch, denn Mabel verlangt nach ihrem Bruder!" Man konnte den Knaben erst den andern Tag bringen. Inzwischen war der Gatte der Dame bereits selbst erschienen, um sich des Knaben zu versichern. Die meisten der Pfleglinge führen sich gut und entsprechen den gehegten Erwartungen. Die Principale rühmen die ihnen übergebenen Kinder fast durchgängig als ehrlich und brauchbar. Nicht wenige haben bereits eine unabhängige Stellung erlangt oder sind in Kindesrechte eingetreten: manche sogar haben schon einen eigenen Besitz. Auch Mitarbeiter, deren Einfluß gerade durch ihre ftüher gemachten Erfahrungen von großer Bedeutung ist, sind schon aus ihnen hervorgegangen. Daß unter der Menge auch manche Ausnahmen sind, die wieder zurückfallen und die vorläufig aufgegeben werden müssen, ist natürlich. Wie könnte solch eine Arbeit ohne Täuschung und schwere Sorgen und Kämpfe vollbracht werden! Aber der Herr hat sich bisher reichlich zu diesem Werke des Gebets und des Glaubens bekannt und wird es ferner thun. Denn er hat gesagt: Wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Judenthum und jüdische Nationalität. Ein treuer Proselyt aus Wien schreibt uns über dieses Thema Folgendes: Judenthum und jüdische Rationalität find gegenwärtig zumeist