Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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118 diese rohen und zügellosen Naturen in Gehorsam bringt, sie sänstigt und läutert. Sie werden durch Gewohnheit, regelmäßige Beschäftigung und den freundlichen persönlichen Verkehr mit ihren Erziehern und Vorgesetzten so vortheilhaft umgewandelt, daß die sie sehen, selbst die Weltmenschen, bekennen müssen: „Mit diesen istS gründlich anders geworden." Andere Räume dieses Asyls sind für Hülfsbedürftige und Elende aller Art bestimmt, und es ist kaum Einer, der mit dem Verlangen nach Rath und Hülfe kommt, dem nicht barmherzige Liebe und Trost gewährt wird. Selbst über die Grenzen des Hauses hinaus geht die Liebesthätigkeit des Asyls und bietet der Armuth eine helfende Hand. Man findet in den Straßen rings umher Müßiggänger jeden Alters und Geschlechts, welche behaupten, keine Arbeit finden zu können und deshalb ihre Zuflucht zum Stehlen und Trinken nehmen zu müssen. Miß. M. bat auch diesen nahezutreten gesucht; sie besucht ihre Häuser und Spelunken, läßt sich ihre Roth klagen und bietet ihnen Hülfe, wo sie kann. Die Frauen finden lohnende Arbeit im Asyl, dabei wird ihnen die Bibel vorgelesen und der Name Jesu gepredigt. Es finden regelmäßig in der Woche Müttervereine von armen ehrbaren Frauen statt, und Hunderten von Wittwen und armen Frauen wird Gelegenheit zum Verdienst geboten, indem sie Kleidung für die später auszusendenden Kinder und für andere Arme machen können. Männer, welche durch unverschuldete Armuth, oder auch durch Trunksucht und Spiel heruntergekommen sind, werden eingeladen, sich hier ein- oder zweimal in der Woche satt zu essen. Sie sitzen an den für sie zugerichteten Tischen, und Miß M. selbst, oder irgend ein Missionar, der als Mithelfer an dem großen Werke angenommen ist, spricht zu ihnen von dem Brote des Lebens, das vom Himmel kommt und der Welt das Leben giebt. Männer aller Stände findet man oft unter diesen Verworfenen, Viele, die früher einer besseren Gesellschaft angehörten und bessere Tage gesehen haben. Ein ehemaliger Doktor der Medizin, der durch Trunksucht und Spiel, gesunken war, ergriff bei einer ähnlichen Gelegenheit mit Freuden die ihm von Miß M. dargebotene Hand, um ein neues Leben in dem fernen Amerika zu beginnen.