Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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105 Gutes zu wirken, zu geben. Seine ernsten Ansprachen, die er für die Sache des alten Volkes Gottes hielt, werden nicht sobald von unseren zahlreichen Freunden in allen Thellen dieses Landes, die seine praktischen Angaben über die thatsächlichen Resultate der Misstonsarbeiten gern hörten, vergessen werden. Er sprach aus Erfahrung und wußte seinen Worten noch durch mannigfache Beziehung auf die herrlichen Verheißungen und die pofitiven Gebote Gottes, die uns so deutlich in der heiligen Schrift vor Augen gestellt find, einen besonderen Nachdruck zu geben. Bei seinen mannigfaltigen Arbeiten in der Revifion deS Textes des hebräischen Neuen Testamentes, und bei seinen Correcturen für den Druck so vieler Ausgaben des Alten Testamentes hatte er den Vortheil jener genauen Kenntniß der hebräischen Sprache, von welcher wir schon erzählt haben. Seine recht brauchbaren und von der Gesellschaft herausgegebenen Traktate werden, wie wir hoffen, auch in der Zukunft, wie ste es in der Vergangenheit gethan haben, fich als einen Segen für gar manche, welche nach der Wahrheit forschen, beweisen. Die große Hilfe, welche er der Gesellschaft dadurch bewies, daß er sich an der Erziehung von Candidaten für das Misstonsamt betheiligte, darf nicht übersehen werden. Als er seinem Ende näher und näher kam, wurden seine Hoffnungen immer lichter. Einer, der ihn gegen Ende seines Lebens häufig sah und sich der Wohlthat seines gütigen Unterrichts und seines Rathes erfteute, bemerkt mit Beziehung auf seine Hoffnungen von dem Triumphe des Reiches unseres Erlösers und in Bezug auf seine eigenen persönlichen Gedanken im Angesicht des Todes: „Ich kann es nicht beschreiben, wie rührend es war, unseren verstorbenen Freund von dem Segen jener Zeit reden zu hören. Häufig sprach er auch von denen, die seine Mitstudenten gewesen waren, von denen die Meisten dieses Leben verlassen haben, aber der Gedanke an den Tod trübte nie seine Ruhe und den Frieden seiner Seele. Völlige Liebe hatte in ihm die Furcht vertrieben. Er war dessen sicher, daß alle seine Sünden vergeben waren durch das Blut Zesu, dem er in einem Leben angestrengter und sich hingebender Arbeit gedient