Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 5-6 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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95 der -ärmlichen Stube zu bezahlen. Das Aussehen des Kindes, der tiefe, sanfte Blick verriethen, daß es eine Himmelsblume war, die hier nicht Wurzel fassen konnte. Die Sterblichkeit unter diesen armen Geschöpfen ist außerordentlich groß. Es ist nichts Ueberraschendes, wenn man Eltern erzählen-hört, daß sie 6—8 Kinder begraben, und nur eins oder zwei aufgezogen haben. In dem Büchlein über die kleinen Schwefelholzkästchen-Arbeiterinnen sind noch viele dergleichen ergreifende Beispiele zu lesen. Die verschiedenen Büchelchen über das mannigfaltige Gebiet der Liebesarbeit der Miß Macpherson sind in englischer Sprache ick Home of Industry, Commercial Street, Spitalfield bei Miß Macpherson zu haben, und das erstgenannte ist bereits von einer christlichen Freundin in Berlin ins Deutsche übersetzt, und sollen die anderen Nachfolgen. Das Elend dieser Kinder ging Miß M. und ihren gleichgesinnten Freunden so zu Herzen, daß sie beschlossen, so viel in ihren Kräften stand, zu thun, um sie aus dieser trostlosen Lage herauszureißen. Den Eltern, welche an der Vorkommenheit derselben einen großen Theil Schuld trugen, war nicht anders beizukommen, als durch die Kinder. Man beschloß für diese zunächst zu sammeln und sie womöglich an Orten unterzubringen, wo sie ihr Gewerbe, vor Hunger und Blöße geschützt, treiben konnten. Viele Hunderte armer Kinder wurden zunächst von der Straße herbeigeholt und gespeist. Miß M. erbat den kleinen Schwefelholzkästchen-Arbeitern eine Freizeit für den Abend und sammelte die Kinder in Abendschulen, wo sie ihnen selbst Unterricht im Lesen, Schreiben und im Worte Gottes ertheilte. Wo sie ganz verwaiste oder verwahrloste fand, da brachte sie sie in christlichen Familien oder in Rettungshäusern unter, um sie dem verderblichen Einflüsse der häuslichen Verhältnisse zu entziehen. Sie selbst gründete Rettungshäuser für die kleinen Mädchen und Mütter-Vereine für die Frauen und Wittwen, damit sie Besseres hören und lernen möchten. Sie lehrte die Frauen nähen und flicken und die Mittel gebrauchen, durch welche Ordnung und Reinlichkeit im Hause gehandhabt werden. Sie ließ ihnen oft Speise verabreichen und lud sie zu einem Thee ein, wo sie sich freund-