Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 5-6 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 2× ep/1047833
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90 des Jerusalem- und des Morgenländischen Frauen-Vereins, beide deutsche Gesellschaften. Eine deutsche Colonie der sogenannten Tempelfreunde aus Würtemberg ist die einzige evangelische Gemeinschaft, welche ihre Arbeit nicht den alten Bewohnern des Orients zuwendet. Der Glaube an die nahende Wiederkunft Christi hat sie in das heilige Land geführt; sie wollen dieselbe dort erwarten. Jndeß werden sie social wichtig. Bei Jerusalem, bei Jaffa und am Karmel treiben sie Ackerbau und Gartenwirthschaft und bringen es durch ihren Fleiß offenbar vorwärts. Eben dadurch können sie wohl im Stande sein, ganz von selbst einen heilsamen Einfluß auf die trägen Orientalen auszuüben. Die wichtigsten übrigen Posten der evangelischen Kirche des Orients sind Beirut und Smyrna. In Beirut (80,000 Einwohner) ist ein Geistlicher des deutschen Jerusalem-Vereins stationirt, der eine aus Deutschen, Franzosen und Arabern gebildete Gemeinde leitet. Sein Pfarrsprengel umschließt den Libanon und Damaskus. In richtiger Würdigung der Verhältnisse des Orients, der die religiöse Arbeit nur dann schätzt, wenn er eine sociale Wichtigkeit derselben erkennt, hat sich die Mission in jenen Gegenden besonders die Errichtung von Bildungs- und Kranken- Anstalten angelegen sein lassen. Diese sind die eigentliche Basis für das Werk der evangelischen Kirche nicht blos in jener Station, sondern im Orient überhaupt. Abgesehen von den Amerikanern hat denn auch Deutschland diesem Zweige der christlichen Thätigkeit sich mit besonderem Eifer zugewandt. Beirut besitzt ein von Kaiserswerth aus gegründetes Diakonissenhaus, in dem es gegenwärtig bereits arabische Schwestern giebt, ein Waisenhaus und gut besuchtes Pensionat, das auch von Arabern und Türken benutzt wird. Der Johanniter-Orden hat ein Hoöpital errichtet, welches die Eingeborenen als eine besondere Wohlthat anerkennen. Außerdem arbeiten neben den Amerikanern noch die Iren (Presbyterianer) und die Schotten (Freikirche) in jenem Distrikte. Kirchen und Schulen derselben sind theils den Arabern, theils den Muhamedanern, theils den Juden geöffnet und finden fleißigen