Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 5-6 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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87 Jerusalem seinen Einzug, 1848 wurde daselbst die erste evangelische Kirche, die der Londoner Judenmisston, auf dem Berge Zion eingeweiht. Seit 1846 ist evangelischer Bischof Samuel Gobat. Das Bisthum von Jerusalem, bekanntlich eine gemeinschaftlich von der preußischen Landeskirche und der bischöflichen Staatskirche Englands in's Leben gerufene Schöpfung, bildet im Allgemeinen den Vereinigungs- und Mittelpunkt für die evangelischen Bestrebungen im heiligen Lande. Die Judenmiffion arbeitet im festen Anschluß an dasselbe; -die meisten deutschen Misstonswerke, nämlich das evangelisch-deutsche Pfarramt seit 1852, welches der Jerusalem-Verein in der heiligen Stadt gegründet hat, und die anderen Schöpfungen desselben Vereins stehen ebenso wie der Morgenländische Frauen- Verein mit dem Bischose in engster Verbindung; und Aehnlicheö gilt wenigstens von dem Kaiserswerther Diakonissenhause dem Johanniter- Hospital, dem Aussätzigen-Asyl, dem in Folge der muhamedanischen Christenverfolgung entstandenen Syrischen Waisenhause, der Baseler Pilger-Mission (Krischona) für Knaben und der arabischen Mädchen- Erziehungs-Anstalt Talitha Kumi. Vor Allem hat die Judenmisston im heiligen Lande festen Fuß gefaßt. Sie zuerst hat eine dauernde evangelische Arbeit daselbst ausgenommen, sie zuerst eine evangelische Kirche in Jerusalem gegründet. In den Jahren von 1839—1871 hat sie 253 Personen jüdischer Abkunft in Jerusalem getauft; und unter den gegenwärtig etwa 250 Evangelischen der heiligen Stadt bildet die judenchristliche Gemeinde die kleinere Hälfte. Die ungefähr 20,000 Seelen betragende Judenschaft Palästinas wohnt zur etwas größeren Hälfte in der heiligen Stadt, sonst zumeist in den bedeutenderen Orten des Landes. Die Missionare der Londoner Gesellschaft suchen die Juden überall im Lande auf, als Station aber haben sie gegenwärtig nur Jerusalem festgehalten. Von großer Wichtigkeit ist die Predigt des Evangeliums an die aus der ganzen Welt hierherpilgernden Israeliten; viele haben aus Anlaß derselben den Eindruck mitgenommen, welcher sie in der Heimath später zum Uebertritt bewog. Die in Jerusalem selbst seßhaften und der christlichen Kirche sich anschließenden Juden aber will man zu einem Sauerteig für alle die Ihrigen in der heiligen