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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 5-6 (1873) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
5-6 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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79 theilnehmende andere Christen, die das Werk unterstützten, allein sie wurden gar zu bald müde. Den Einen schien es zu langsam von Statten zu gehen; -sie frugen den Missionar schon nach kurzer Zeit seiner begonnenen Wirksamkeit, wo er denn seine Kirche mit Juden- Christen habe? und als er ihnen sagen mußte, daß sie darauf wohl noch lange würden zu warten haben, so fanden sie, daß sie ihr Geld in ihrer eigenen Kirche besser anwenden könnten, wo der Pastor fast jeden Sonntag von Zuwachs zu berichten hatte. Daß aber ihr Pastor dem Judenmissionar gegenüber eine sehr leichte Arbeit hatte, daß Ersterer es hauptsächlich mit Leuten zu thun hatte, welche von Hause aus irgend einer christlichen Kirche angehörten, und daß er sie blos zu überreden brauchte, der seinigen sich anzuschließen; ja daß er oft Leute fand, die von Hause aus derselben Richtung angehörten, und die froh waren, in den Schoß ihrer eigenen Kirche ausgenommen zu werden, während Letzterer es fast ausschließlich mit Leuten zu thun hat, welche von Kindheit auf nichts als Vorurtheile gegen das Christenthum eingesogen haben: das konnten sie nicht begreifen; und die Brüder aus Israel mußten das Werk als Gesellschaft aufgeben und wiederum Pastorstellen annehmen. Dieser Versuch aber war weder der erste noch der einzige. Gegenwärtig giebt es blos zwei Kirchen, welche überhaupt etwas für Judenmission thun, die evangelisch-bischöstiche und die der Presbyterianer. Erstere unterhält in New-Uork eine Schule für jüdische Kinder und in Philadelphia einen Missionar; letztere giebt einem ihrer Prediger ein Paar hundert Dollar das Jahr, damit er einen Theil seiner Zeit für Judenmission benütze. Das ist Alles, was nach meinem Wissen zur Verbreitung des Evangeliums von Christo Jesu unter Israel in Amerika geschieht. Leider habe ich auch wenig Hoffnung, daß in jenem Lande mehr in dieser Sache geschehen werde, so lange die Verhältnisse der allgemeinen christlichen Kirche in ihrem gegenwärtigen Zustande verbleiben. Um so erfreulicher ist es, daß trotz dieser so äußerst ungünstigen Verhältnisse Amerika dennoch ein kleines Häuflein an Christum gläubig gewordener Israeliten aufzuweisen hat. Ich bin so ziemlich im Lande herumgekommen und habe verschiedene Kirchen kennen

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