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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 5-6 (1873) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
5-6 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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w WWWW 76 Lande: aber die Mauern Jerusalems blieben zerbrochen und die Städte Juda's ungebauet. Kommt, laßt uns die Mauern Jerusalems bauen! Das bedeutet ja auch das vieltausendstimmige: Gott will es! Gott will es! mit dem im langen, jahrhundertelangen Zuge die Kreuzzüge, bis zum frommen Zerrbilde des Kinderkreuzzuges, zum heiligen Lande zogen, durch Aufrichtung irdischer Macht und Herrlichkeit, durch Befreiung des heiligen Landes vom Saracenenjoche die Mauern Jerusalems zu bauen. Und als auch die letzte Veste der Kreuzfahrer in Feindeshand zurückgefallen, da stand aus ihren Trümmern geschrieben: Ich will es nicht! Es soll nicht durch Heer und Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. Und sechshundert Jahre fast waren vergangen, da wieder erscholl es aus dem Munde eines Fürsten, eines deutschen, evangelischen Fürsten: kommt, laßt uns die Mauern Jerusalems bauen! Das ist der Ruf, der seit dreißig Jahren nunmehr an die evangelische Christenheit Deutschlands ergeht, der Ruf, der heut an uns ergeht. Jerusalems Mauern sollen gebessert, die Städte des heiligen Landes sollen gebaut werden — gebaut auf dem einen Grunde, der gelegt ist, Jesus Christus, gebaut durch die lautere Predigt des Evangeliums, durch die Werke der Barmherzigkeit, in denen dieses Evangelium sich bewähren muß als die Kraft Gottes. Da leuchtet wieder das Johanniterkreuz durch das Morgenland, doch nicht, um unter diesem Zeichen Wunden zu schlagen mit dem Schwerte von Eisen, sondern um Wunden zu heilen mit der Salbe aus Gilead. Da sieht man wieder Kinderschaaren im heiligen Lande versammeln, aber nicht, um sie frommem Wahne nutzlos zu opfern, sondern um sie dem zuzuführen, dem einst schon in den Tagen seines Fleisches die Kinder seiner Feinde das Hosianna entgegenriefen. Da haben die Ritter des Tempels sich in Tempelfteunde umgewandelt und wollen vom Karmel aus durch deutsche Frömmigkeit und deutschen Fleiß das heilige Land erobern helfen. Auf den Trümmern aber des Johanniter-Hospizes zu Jerusalem, wo dereinst die erste deutsche evangelische Kirche leuchten soll, wird in einer wohlerhaltenen und für diesen Zweck eingerichteten Kapelle schon heut in deutscher Zunge der Name des Herrn gepriesen, der die Thore Zions liebt und die

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