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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
3-4 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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oder Josephs Abstammung arge Widersprüche. Auch hatten seine jüdischen Bekenner sich bemüht, Jesus in Bethlehem geboren werden zu lassen, aber eben so vergeblich und mit Verstoß gegen anderweitige Angaben (so!). Einige wollen ihn wenigstens mit dem Namen Levi in verwandschaftliche Beziehung bringen, alles ohne geschichtlichen Grund. Aus Jesu Jugendzeit ist auch nicht eine einzige Spur bekannt geworden; nur eine trübe Quelle (das Lucas-Evangelium) will wissen, er habe bereits im zwölften Jahre bei einem Besuche seiner Eltern im Tempel mit den Lehrern der Nation tiefe Unterredungen gepflogen, worüber Alle erstaunt gewesen seien. Das Maß seiner Kenntnisse läßt sich nur aus dem Bildungszustande seines engeren Vaterlandes einigermaßen ermitteln. — Die Galiläer von der Hauptstadt und dem Tempel entfernt und noch dazu damals durch das Zwischenland Samaria am öfteren Tempel - besuche verhindert, standen in Kenntnissen und Gesetzeskunde weit hinter Juda zurück. Der lebendige Austausch der religiösen Gedanken und der Gesetzesdiscussionen, welche für die Tempelbesucher die Lehre und Schrift zum Gemeingut machten, fehlten in Galiläa. Das Land, welches später die großen Hochschulen Uscha, Sepphoris und Tiberias besitzen und die letzten Blüthen der Gesetzesentwickelung in Palästina treiben sollte, war vor der TempelzAstörung arm an kenntnißverbreitenden Anstalten. Aber dafür waren die Galiläer streng und zähe in Gebräuchen und Sitten, sie ließen sich nicht ein Titelchen wegdisputiren; auch das, was in Judäa für erlaubt galt, gestatteten sich die Galiläer nicht. Von der heidnischen Nachbarschaft der Syrer lernten die Galiläer allerhand Aberglauben; nirgends gab es so viele Besessene, von bösen Geistern Geplagte, als in Galiläa, weil die galiläische Beschränktheit die Krankheitsformen dem Einfluß der Dämonen zuschrieb. Wegen dieser Nachbarschaft war auch der galäische Dialect verdorben und mit aramäischen Elementen vermischt. Man erkannte den Galiläer an dem ersten Worte, das er sprach, und ließ daher Galiläer nicht gern zum Vorbeten zu, weil ihre verwahrloste Aussprache Lachen erregte. Vermöge seiner galiläischen Abstammung kann Jesus unmöglich auf der Höhe der Gesetzeskunde gestanden haben, wie sie die Schulen Schamma'is und Hillels in

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