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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 1-2 (1873) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
1-2 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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-X _ . <.T- — -v v. - WK^y^^R 32 Einige denken, der Einfluß des Christenthums ist in der Abnahme begriffen. Ich bekenne, keine Anzeichen dafür zu sehen, obgleich unzweifelhaft seiner Feinde sehr viele find, und der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Aber ich will die Sache in einer andern Gestalt vorlegen, die mehr oder weniger mit dieser Frage von dem Sinken des Christenthums zu thun hat und dann schließen. Wenn eine Versammlung von 500 oder 1000 Personen in irgend einer Stadt Europas oder des europäischen Amerikas versammelt werden könnte; wenn dann dafür gesorgt würde, daß Alle intelligente, gut erzogene Männer und Frauen von anständigen Grundsätzen und anständigem Leben wären, und wenn einem jeden unter ihnen die Frage vorgelegt würde: „welchen Einflüssen schreiben Sie Ihren vortrefflichen Charakter, Ihre moralischen und socialen Vorzüge zu?" so würden unzweifelhaft 19 unter 20 von ihnen nach einigem Nachdenken antworten: „dem Einflüsse des Christenthums auf meine Erziehung, mein Gewissen und mein Herz." Ich will annehmen, daß ihnen noch eine weitere Frage vorgelegt würde und diese lautete: „Wenn Sie sicher wären, daß der Gegenstand, der Ihnen der theuerste auf Erden ist, morgen Ihnen genommen werden sollte, und wenn Sie zur selben Zeit mit unzweifelhafter Gewißheit dessen versichert werden könnten, daß Jesus Christus eine Mythe oder ein Betrüger war, und sein Evangelium eine Fabel oder ein falsches Märchen, welche von beiden Gewißheiten würde auf Ihr Herz mit einem niederschlagenderen oder Ihre Hoffnungen in höherem Grade vernichtenden Eindrücke fallen?" Ich bin überzeugt, daß neun Zehntel einer solchen Versammlung, wie ich sie ausbedungen habe, antworten würden: „Nimm mir meinen besten Erdenschatz, aber laß mir meine Hoffnung auf den Heiland der Welt!" Das ist der Erfolg, der auf die civilisirtesten Nationen der Welt durch die Lehre von vier Jahren und den Todeskampf weniger Stunden eines Mannes, der als ein Landmann lebte und als ein Missethäter und als der Allerverachtetste starb, hervorgebracht worden ist. „Woher hat dieser Mann solche Weisheit und so mächtige Werke?" Zn Commisfio«: CarlDülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von O. Raabe, vorm. C. H. Storch u. Comp, in Breslau.

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