Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1872-01-01 · 11-12 (1872) · page 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
11-12 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554797-2554804--05876-2561846
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

desto radikaler wird mit dem talmudischen Judenthum gebrochen. Aber während-der christliche 'Nihilismus für Kirchenbauten kein Geld-Hat, gehört es grade zur eigentlichen Herrlichkeit des ReformjudenthumS, daß eS der Welt zeigt, es kann und will Alles haben, was die Uebrigen besitzen, daher denn auch wunderschöne Gotteshäuser. Karl Marx. Zu den hervorragendsten Socialisten unserer Tage gehören Juden; so Lasalle, Schweizer, der wenigstens jüdischer Abkunft ist und Marx, das gegenwärtige Haupt der Internationalen, insbesondere des deutschen Zweiges derselben. Interessant ist eS, die Stimme desselben über das Judenthum zu hören. Karl Marr läßt sich über diesen Punkt folgendermaßen aus: „Das Judenthum hat sich neben dem Ehristenthum gehalten, nicht nur als religiöse Kritik des Chriüenthums, nicht nur als incorporirter Zweifel an der religiösen Abkunft des Chriftenthums, sondern eben so sehr, weil der praktisch jüdische Geist, well das Judenthum in der christlichen Gesellschaft selbst sich gehalten und sogar seine höchste Ausbildung erhalten hat. Der Jude, der als ein besonderes Glied in der bürgerlichen Gesellschaft steht, ist nur die besondere Erscheinung von dem Judenthum der bürgerlichen Gesellschaft. Das Judenthum hat sich nicht trotz der Geschichte, sondern durch die Geschichte erhalten. Welches war an und für sich die Grundlage der jüdischen Religion? Das praktische Bedürfnis der Egoismus. Der Gott des praktischen Bedürfnisses und Eigennutzes aber ist das Geld. Das Geld ist der eiftigste Gott Israels, vor welchem kein anderer Gott bestehen darf. Das Geld erniedrigt alle Götter des Menschen — und verwandelt sie in eine Waare. Das Geld ist der allgemeine, für sich selbst constituirte Werth aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschenwelt wie die Ratm ihres eigenthümlichen Werthes beraubt. Das Geld ist das dem Men-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.