Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 9-10 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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heute wie seine Volksgenossen, welche den Jeremias tödten wollten und Christum an das Kreuz brachten- So setzt sich vor üitseren Augen in ihm und durch die Aehnlichkeit ihrer Gesinnung in der großen Mehrzahl aus seinem Volk das Israel fort, welches einst die Wege des R. T. verabscheute. Für eben dieses Judenthum tritt in unserem Jahrhundert eine israelitische Zeitschrift sogleich in ihren beiden ersten Nummern ein, eine Zeitschrift die alle Errungenschaften der modernen Bildung gebraucht. Und da versucht es ein Philippson in seiner Allgemeinen Zeitung des Judenthums und in viel übersetzten Broschüren zu beweisen, daß die Inden am Tode Jesu unschuldig gewesen wären. Freilich indem er daS versucht, spricht er überall zugleich eine solche Feindschaft gegen Christi Werk aus, daß eben dies den besten Beweis für seine eigentlichen und innersten Ueberzeugungen liefert. Nein, von den Pharisäern oder den Anhängern „des einigen Israel" unterscheidet sich die Reform meistens nur dadurch, daß Jene Christum als den Feind der politischen Selbstständigkeit, Einzigartigkeit und Herrlichkeit Israels ansahn oder ansehn; daß dM Anderen dagegen, befriedigt durch ihre Theilnahme an dem politischen Leben der Nationen,! das -Nationale Element für Israel oder die politische Stellung Israels als eines besonderen Volkes zurücktreten lassen, und-dafür vielmehr fordern, man solle den jüdischen Personen oder Gemeinden den Vorzug der Idealität vor allen Anderen einräumen und ihnen deshalb die entsprechende Stellung inmitten der Gesellschaft anweisen. Christo aber wollen sie es nicht vergeben, daß er auch von ihnen, die sich doch für die Blüthe und den Kern der Menschheit halten, fordert, ihn als ihren Erlöser und Versöhner anzunehmen; denn Schimpflicheres kann ihnen Niemand zumuthen, als daß sie noch erst Vergebung und Erlösung in irgend einem Namen suchen oder gebrauchen sollten. Wer irgend ernstlich von ihnen Buße fordert, den sehn sie als ihren Feind an; denn wohl ihre Propheten und Christus, aber nicht sie selbst haben sich Verirrungen zu Schulden kommen lassen, für die man völlige Umkehr „Buße" fordern könnte. Hören wir doch auch in talmudischen Schriften, daß Mose für seine harten Anklagen gegen das Volk die Strafe, nicht nach Canaan