Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 9-10 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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m dazu gehörigen Güter zu verlangen, der Frau Jolberg gegen einen billigen Zins an. Dankbar wurde dies Anerbieten angenommen, und für die Anstalt war nun ein sehr bequemes Haus geftmden. Jetzt war auch das ganze Unternehmen ein neugesichertes. Die Arbeit wuchs, aber damit zugleich ihre Bedeutung. Wohl waren die Lehrerinnen nur 1—2 Jahre im Hause, nachdem eine dreimonatliche Probezeit über ihre Aufnahme entschieden hatte, aber diese Zeit reichte aus, um eine Schaar von tüchtigen Kleinkinderlehrerinnen heranzubilden. Selbstverständlich bewährten sich nicht alle in ihrem späteren Leben, aber die größte Zahl machte dem Werke Ehre, dem sie sich gewidmet hatten. Zwischen Ostern und Pfingsten jedes Jahres trat Frau Jolberg eine Reise an, um einmal neue Schwestern in ihre Stationen einzuweihen und sydann die bereits bestehenden Schulen zu inspiciren; auch versammelte sie an einzelnen Mittelpunkten die Schwestern, welche sie nicht besuchen konnte, zu Conferenzen. Diese Besuche waren für die Schulen, die Gemeinden und für die Schwestern, die bei Frau Jolberg eine stets sich gleich bleibende Mutterliebe fanden, höchst wichtig. Baden wurde je länger je mehr mit einem Netz der Jolbergschen Schulen überzogen; aber auch in die Pfalz, die Schweiz, Würtemberg, Hessen, Frankfurt a. M. und Lippe-Detmold wurden sie demnächst verpflanzt. Baiern und Preußen kamen später an die Reihe. 1855 wurde eine der Nonnenweierer Schwestern nach Neapel ausgesandt, auf den Wunsch des dortigen preußischen Gesandtschafts- Predigers. Eine Negerin aus Sierra Leona wurde in demselben Jahre der Anstalt übergeben, um als Kleinkinderlehrerin für ihre Heimath ausgebildet zu werden, und als bewährte Schwester wurde dieselbe dann nach Afrika ausgesandt. Auch nach Amerika mußte auf eine dringende Bitte aus Texas eine Lehrerin geschickt werden, und im Jahre 1856 war die Zahl der von Nonnenweier aus besetzten Kinderpflegen auf 149 gestiegen. Die ganze Behandlungsweise der Kinder durch die Nonnenweierer Lehrerinnen hatte die größte Beliebtheit der Jolbergschen