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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 9-10 (1872) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
9-10 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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brach, umringten sie noch einmal viele Mütter und Kinder; sie ermahnte dieselben zur Treue gegen Christum; dann zog sie von hinnen; zwei Leiterwagen brachten die Anstalt nach der nächsten Eisenbahnstation. Auch Pastor Mann, dem man drohte, ihn von der Kanzel herunterzuschießen, mußte den Ort verlassen. Das war der Lohn aller Liebe, welche beide dem Dorfe erwiesen hatten. Frau Jolberg verließ Leutesheim mit ihrer Pflegetochter Marie, ihrer Gehilfin Sophie Jacky und noch 16 Schwestern, im Ganzen also 19 Personen. Langenwinkel 1849 — 1851. Am Jahresfest 1848 war die Pstugwirthin aus dem kleinen Dorfe Langenwinkel in der Anstalt gewesen und hatte eine solche Liebe für die Pflege der Kinder gewonnen, daß sie zu Frau Jolberg sagte: „Solch' eine Anstalt möchte ich in meinem Dorfe haben, und wenn Sic ja einmal wegziehen, so kommen Sie nur zu mir; ich habe ein großes Haus, welches man mit wenigen Kosten ausbauen kann." Dessen erinnerte sich nun Frau Jolberg; sie schickte einen Boten an die Pflugwirthin und ließ ihr sagen, die Mutter sei mit der ganzen Anstalt auf der Flucht, ob sie kommen dürften. Mt Freuden hieß die gute Frau alle kommen; und als nun die ganze Schaar der Flüchtigen einzog, wurde sie mit einem Jubel, wie bei der größten Siegesfreude empfangen. Die Familie im Pflug bestand aus den Eltern mit drei Kindern und einer alten Großmutter. Die guten Leute beschränkten sich um der Fremden willen aufs Aeußerste. Das ganze Haus wurde umgewendet, und jeder Winkel ausgefüllt. Die Kinderschule des Orts, die in dem Hause ihre» Platz gefunden, wurde in eine kleine Kammer verlegt. Frau Jolberg erhielt auch ein Kämmerlein. Der Sammelplatz wurde ein ehemaliger Tanzboden. Hier richtete sich die große Zahl der Jolbergschen Hausgenossen ein. Und nun ging das Werk weiter. Es trat so wenig ein Stillstand ein, daß eine Kinderpflege nach der andem von Langenwinkel aus eingerichtet wurde, und trotz aller Einschränkung und Ungewißheit immer mehr Schwestern um Aufnahme baten. Das Geld floß herbei, größere und kleinere Beiträge kamen

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