Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 7-8 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Ich habe Ihren Brief sorgfältig gelesen und mit der Königin gesprochen. Dieselbe beauftragt mich, an Sie zu schreiben, um der Gesellschaft zu danken, daß sie ihr das gute Buch geschenkt, und besonders dafür, daß sie so viele von jenen Evangelien gedruckt und hierher gesandt; denn sie weiß es wohl, daß das Evangelium eine Grundlage des Guten für ihr Volk ist, weil dasselbe es Gott und Jesum Christum, unfern Heiland, kennen lehrt. Die Ankunft der Evangelien hier hat dem Volke große Freude gemacht, denn es gibt noch Viele, welche sie zu besitzen wünschen. Ich setze Sie in Kenntniß, daß Viele von den Unterkhanen der Königin auf's Aeußerste bestrebt sind, lesen zu lernen, damit sie im Stande sein mögen, das Evangelium zu lesen. Ich danke Ihrer Gesellschaft, daß sie mir ein Eremplar des Evangeliums geschenkt hat, denn ich erfreue mich sehr an demselben. Mögen Sie leben! Möge der Segen Gottes mit Ihnen sein, sagt Ihr Freund Rainilaiarivony, Premier-Minister." Unter den galizischen Juden. Die folgenden Mittheilungen sind dem Tagebuche eines Mannes " entnommen, der kein Missionar ist, aber mit dem herzlichsten Interesse für die polnischen Juden unter denselben in der allerjüngsten Zeit geweilt hat: „Ich stand am Bahnhofe. Eine große Zahl von Juden sammelte sich zum nächsten Zuge. Unter denselben befand sich ein junger Mann, in dem ich hernach einen russischen Deserteur erkannte. Schon sein Aeußeres verrieth den talmudischen Juden. Ein Gespräch knüpfte sich zwischen uns Beiden an. Meine erste Frage: „Wohin reisen Sie?" erregte ihn offenbar; er antwortete nicht, ich aber ftug von Neuem: „Wohin fahren Sie denn?" „Nach K." entgegnete er mit zitternder Stimme. „Nun gut, ich fahre auch nach K., die Kaffe wird bald geöffnet, und wir müssen uns dann Billete kaufen." „Ich