Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 7-8 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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98 Christus drohte 23, 38 dem Tempel die Verwüstung, aber nick eine immerwährende, sondern eine sehr langwierige Hierauf setzt e den Zeitpunkt fest, von welchem er, und die Zeit, bis wie lange er sein gnädiges Angestcht vor den Juden, zu denen er redet, verbergen wolle. Von nun an sollten sie ihn nicht mehr sehn bis an den Tag, da sie ihn als den kommenden, d. i. als den wahren Messias sehn und im Glauben als solchen erkennen würden. Lucas 21, 24 heißt es: „Und sie (die Juden) werden fallen durch des Schwertes Schärfe und gefangen geführt unter alle Völker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Völkern, bis daß der Völker Zeit erfüllet wird." Die ersten Worte dieses Ausspruches Christi gehen auf die Verheerungen durch die Römer und die noch fortdauernde Zerstreuung der Juden in der ganzen Welt. Das Zertreten Jerusalems findet seine Erklärung durch die Geschichte; Römer, Perser, Saracenen, Türken, Araber und selbst Christen haben seither Jerusalem in der Thai zertreten. Der Völker Zeit ist eben der Zeitraum, in welchem es ihnen eingeräumt wird, so mit Jerusalem zu verfahren; er endigt mit der endlichen Bekehrung Israels. Apostel-Geschichte 1,6 fragen die Jünger Jesum unmittelbar vor seiner Himmelfahrt, da er von der Ausgießung des heiligen Geistes spricht: „Wirst du dem Israel auf diese Zeit aufrichten das Reich?" Jesus verweiset es ihnen nicht schlechterdings, daß sie nach der Aufrichtung dieses Reiches ftagen, wenn er antwortet V. 8: „Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht Vorbehalten hat." Er will also nicht sagen: „Ihr habt kein Recht zu ftagen", noch weniger verweiset er ihnen die Frage als eine ungereimte und sündige, sondern der Sinn der Worte Jesu ist nach dem griechischen Tert: Es ist euch nicht gegeben zu erkennen und jetzt zu verstehen die abgemessenen größeren und kleineren Zeitläufte, (weder