Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 3-4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554797-2554800--05742-2561708- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 1× ep/1046078
OCR text
57 Bischof Alexander versuchte eine Schule zu eröffnen, hatte aber keinen Erfolg, da der aus England gesandte Lehrer den Muth verlor, ehe er noch begann. Mehrere amerikanische Missionare waren einige Jahre hier gewesen; aber da sie außer Stande waren, Schulen zu errichten und keine Frucht ihrer Arbeit sahen, so hatten sie sich allzumal wieder entfernt und sonst nichts unter den Eingeborenen versucht. In ganz Palästina bestand nicht eine einzige Schule von irgend einer der christlichen Kirchen, nur die lateinischen Mönche unterrichteten etwa 20 Knaben im Italienischen, und einen einzigen eingeborenen Protestanten, der in Safed lebte, gab es in Galiläa. Ich eröffnete die erste christliche Schule in Jerusalem im November 1847 mit 9 Kindern beiderlei Geschlechtes, welche aber in 3 Jahren so sehr an Zahl Zunahmen, daß die Schule in 2 getheilt werden mußte, die eine für Knaben, die andere für Mädchen. Und diese wieder kamen so ins Wachsen, daß wir gegenwärtig 5 Schulen in Jerusalem selbst haben mit 400 Kindern beiderlei Geschlechtes. Zugleich aber haben wir 25 Schulen in Palästina, die von 900 bis 1000 Kindern beiderlei Geschlechts und von 5 christlichen Kirchengesellschaften außer Juden, Samaritanern, Muhamedanern und Drusen besucht werden. Alle diese Kinder werden aber so treu im Worte Gottes unterrichtet, daß unsere Schulen unter den Eingeborenen Bibelschulen heißen, ein Name, der ihnen von dem griechischen Patriarchen gegeben ward, als er meine Schule in Nablus 1848 verfluchte. 11 von diesen Schulen liegen mir auf, einschließlich eines Waisenhauses, das jetzt 60 Waisen enthält. Da ich vergangenes Frühjahr sehr knapp an Geld war, übergab ich meine 2 Schulen in Bethlehem und Beitschalah mit ihren 2 Lehrern an die Berliner Gesellschaft. Sie werden so wie bisher weiter fortgeführt werden. Wir haben insgesammt 3 Waisenhäuser, und doch bin ich genöthigt gewesen, mehr als 100 armen Waisen die Aufnahme abzuschlagen, obwohl sie Niemand haben, der die Sorge für sie übernimmt ober allein eine verlassene und kranke Mutter. Die HungerSnoth des Jahres 1870 und des ersten Halbjahres 1871 hat langsam-'viele Eltern hinweggerafft und vielleicht die Hälfte der Bevölkerung voll-