Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Gurland, durch den lutherischen HAlitärgeistlichen Faltin in Kischinew auf merkwürdige (früher von uns mitgetheilte) Weise zur Erkenntniß des Heils in Christo geführt, hat hernach als zweiter lutherischer Pastor derselben Stadt unter den Juden ein solches Fragen nach den Ansprüchen des Christenthums erweckt, wie dasselbe seit dem vorigen Jahrhundert in gleichem Umfange etwa nur einmal in Abysstnien hervorgetreten ist. Hunderte wurden mehr oder weniger ernst von der Bewegung ergriffen; und da Pastor Gurland gegenwärtig ein Amt in den Ostsee-Provinzen übernimmt, um dort die Misstonssache kräftiger vorwärts zu führen, hinterläßt er in Kischinew immerhin eine kleine Proselyten- Gemeinde, deren Fortbestand jetzt auch dadurch gesicherter erscheint, daß die Unterstützung treuer Freunde die Einrichtung eines Jndustriehauses, welches den von ihren früheren Glaubensgenossen Verlassenen Arbeit darbietet, ermöglicht hat. Unter den deutschen Missionen hat im vergangenen Jahre besonders die Sächsisch -Baierische eine große Rührigkeit an den Tag gelegt. Dieselbe hat sich gegenwärtig eine neue Organisation gegeben und erstrebt die Vereinigung aller lutherischen Missionsthätigkeil auf diesem Gebiete. Reiche Förderung erfährt sie auf dem literarischen Gebiete durch die ausgezeichneten Federn der Professoren Delitzsch in Leipzig und Plitt in Erlangen. Prof. Delitzsch insbesondere hat durch seine Zeitschrift „Saat auf Hoffnung", durch sein Büchlein „Jesus und Hillel", „Jüdisches Handwerkerleben zur Zeit Christi", „1 Tag in Capernaum", Prof. Plitt durch geschichtliche Beiträge aus der lutherischen Missionsarbeit Bedeutendes geleistet. Außerdem ist in Pastor Weber eine sehr geeignete Persönlichkeit für die ausschließliche Verwendung im Missionsdienst gefunden worden. Derselbe soll an die Spitze eines Seminars treten, welches die Aufgabe hat, junge Leute für die Missionsarbeit unter Israel heranzubilden. Das Seminar wird in Leipzig eingerichtet, und haben die Zöglinge desselben zugleich die Pflicht, die Universität dieser Stadt zu besuchen. Pastor Weber vertritt außerdem das lutherische Judenmissionswerk auf Conferenzen und bei Missionsfesten. i*