Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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s Missionare eine evangelische Landeskirche vorfinden, die Proselyten in diese einzufügen; und nur, Wo dies nicht geschehen kann, findet die Aufnahme in die englische Staatskirche Statt. Die Londoner Mission besteht seit 1809 und unterhält auf 36 Stationen, unter denen sich 11 im deutschen Reiche befinden, 28 ordinirte, 18 nicht ordinirte Missionare, 30 Missionsgehilfen, 25 Lehrer und Lehrerinnen, zusammen 101 Personen, unter ihnen 57 getaufte Juden. Die Jahreseinnahme dieser Gesellschaft pflegt sich bereits seit einer Reihe von Jahren über 200,000 Thaler zu belaufen. Neben dieser Gesellschaft nennen wir die Britische, welche von den englischen Dissenters erhalten wird und nur Proselyten als Missionare verwendet; sodann die der Schottischen Presbyterianer, der Schottischen Freikirche und die der Irischen Presbyterianer. Von deutschen Gesellschaften sind zu erwähnen: die Berliner; die Sächsisch-Baierische, der sich mit besonderer Opferwilligkeit und lebendigem Eifer für die Sache die Norweger angeschloffen haben; die Rheinisch-Westphälische und die des Pastor Saul in Balhorn (Hessen). Alle diese erhalten eigene Missionare. Außer denselben bestehn noch einige Misstonsvereine, welche die Arbeit zumeist auf indirekte Weise betreiben und nur hier oder da selbstständig Missionare aussenden. Besonders gilt dies von Nordamerikanischen, Holländischen und Schweizer Vereinen. Die wichtigsten Missionsfelder sind Rußland mit seinen 2'/, Millionen und Oesterreich mit seinen über 1,100,000 Juden. Leider ist die Londoner Gesellschaft seit dem Krimkriege aus Rußland verbannt, und die Mission darf nur im Anschluß an die anerkannten russischen Kirchen geschehen. Die lutherische Kirche der Oftseeprovinzen und der Krim haben auch die Arbeit mit steigendem Eifer ausgenommen, sind aber auf Schritt und Tritt durch die Privilegien der herrschenden griechischen Kirche behindert. Die bedeutendste Bewegung auf dem Gebiete der Judenmission ist trotzdem die von dem stüheren Rabbi, jetzigen lutherischen Pastor Gurland in der Krim (Kischinew) erweckte.