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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 31

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Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
11-12 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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191 ihnen zu sagen weiß, will Gott jenen Stämmen wohl nahe kommen, damit sie es bei Zeiten erkennen und verstehen lernen, wie nicht ein jeder Einfluß, der auf sie geübt wird/ und nicht eine jede Macht, die unter ihnen ihre Kräfte entfaltet, nun auch heilsamer Art sein müssen. Die Slaven sollen durch diese eine Erfahrmrg mit den Juden aufmerksam gemacht werden, um zwischen Einfluß und Einfluß unterscheiden zu können; ihr Bewußtsein und ihr Fragen sollen erweckt werden, damit sie nicht von vornherein jeder stärkeren Kraft und jedem ausgebreiteten Wissen und jeder fortgeschritteneren Bildung sich bedingungslos oder in böser Vertrauensseligkeit ergeben, sondern prüfen und verstehen mögen, was heilsam, was schädlich ist. So arbeitet die Gnade Gottes an den Slaven, damit sie nicht durch den passiven Gehorsam, der nur um die süße Fleischesruhe besorgt ist, unheimlichen Gewalten verfallen, welche sie zu einem Heere des Verderbens machen würden. Werden aber die Slaven diesen Willen Gottes nicht verstehn, dann wehe der Welt, wenn Jene nun doch durch den Rath desselben zum Handeln in die Völker eingeführt werden. Denn schon jetzt sehen wir, wie dieselben so oft, wenn sie aufgerüttelt werden, fast widerwillig gleichsam aus dem Schlafe erwachen, und eben darum die Art Solcher an sich tragen, die in einer unnatürlichen, wilden Erregung ihres Wesens heraustreten. Daher das Unheimliche, das ihre Erscheinung auf dem Boden der Geschichte in manchen Momenten gezeigt hat; denn sie glichen zuweilen einem ausgetretenen Strome, der nach Durchbrechung der früheren und fest einschließenden Ufer nicht Maß und Ziel kennt, sondern sich nur überfluthend weiter wälzt und überall Verderben bereitet. An der Spitze der Slaven steht dazu ein Czar, der in seiner Person die höchste weltliche und die höchste geistliche Macht, eine der päpstlichen ähnliche, vereinigt. Was derselbe von seinem Volke fordett, das wird dasselbe gewöhnt, nicht bloß als politisch, sondern auch als göttlich recht anzusehen r selbst seine Kriege heißen heilige Kriege. Das Sektenwesen der griechischen Kirche hat gerade das als Hauptsatz aufgestellt, daß es den Czaren nicht als das Haupt der Kirche anerkennen dürfe. Sonst aber gehorcht demselben die Herzenspietät, welche er in seinem Volke noch reichlich vorsindet, unbedingt; er ist ja zugleich das Gewissen desselben. Da liegt eben die furchtbare Gefahr. Denn es könnte statt eines wohlwollenden und gerecht denkenden Mannes, wie es der gegenwärtige Kaiser ist, auch einmal ein Anderer an die Spitze seines Volkes treten, der den Versuchungen und Gefahren, die seine Stellung in sich birgt, wirklich unterläge. Es könnte ein Czar erscheinen , der sich auf der einen Seite aus dem Arsenale, welches ihm besonders die Millionen seiner Juden darbieten würden, mit blendenden Waffen des Geistes und mit überwältigenden äußeren Mitteln auszurüsten vermöchte; der auf der andern Seite aber nur eines Winkes nö-

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