Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 11-12 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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189 Das Aeußere, Druck und Papier ist von der ehrenvoll bekannten und angesehenen Verlagshandlung sehr ansprechend gegeben. Das Buch präsentirt sich gut. Wichtige und ansprechende Stellen fallen einem schon beim Durchblättern leicht in die Augen. Möge es ihm reichlich gegeben werden, unseren heiligen christlichen Glauben lieben, das Israel der Gegenwart kennen, und für das Israel unserer Hoffnung wirken zu helfen. Als Proben der Darstellung geben wir folgende Stellen. Die eine aus dem zweiten Theile auf S. 173 fl. Die Juden haben sich nun einmal unter alle Nationen, besonders aber unter die leitenden Völker der Erde und unter diejenigen, welche noch eine geschichtliche Zukunft voraussetzen lassen, zerstreuen müssen, sind aber unter denselben als ein besonderer Stamm erhalten geblieben. Selbst heute, wo für sehr viele Christen in dem verschiedenen Religionsbekenntniß der Juden kein ernstliches Hinderniß gegen eine eheliche Verbindung mit denselben vorliegt, haben die Stammes- und Geschlechtsantipathie auf christlicher, die Familientradition auf jüdischer Seite noch eine solche Macht, daß Vermischungen zwischen Juden und Christen in keinem erheblichen Grade stattfinden. „Die Judenschaft" eristirt auch heute auf den ersten Blick überall als ein Besonderes kenntlich; jedesfallö ist sie in jedem Land und Volke ein fremdes, andersartiges Element geblieben. Der Geschlechtszusammenhang ist freilich auch das einzige Band, welches die Juden der Kulturvölker gegenwärtig, nachdem fast jeder Einzelne eine besondere Religion befolgt, noch zusammenhält; und jemehr in der Judenschaft der ganzen Welt die gemeinsame Sitte zu schwinden beginnt, desto mehr wird gerade dieses Moment für die Erhaltung der Juden seine Bedeutung beweisen. Wir wissen aber allerdings nach unserem Verständniß der geschichtlichen Entwickelung, wie dieselbe bisher in Uebereinstimmung mit dem Alten und Neuen Testament stattgefunden hat, und in fernerem Anschluß an die Schrift ganz bestimmt, daß sich in diesem Verhältnisse nichts Wesentliches ändern wird. Zur Erreichung von Parteizwecken vereinigen sich freilich Christen und Juden; aber die Weiterblickenden unter diesen letzteren selbst verkennen es nicht, daß die scheinbar so festen Bündnisse zumeist nicht aus innerer Zuneigung oder aus einem Einheitsgefühle, welches auch die Person selbst umschließt, sondern aus einem bloßem Festhalten an dem Prinzip oder aus Nützlichkeitsgründen geschlossen sind. Bitter genug, wer sollte es ihnen verdenken, registriren sie, daß die jüdischen Talente und Capitalien gebraucht werden, wo sie zur Erreichung bestimmter Zwecke gut verwandt werden können, daß äußerlich zwar auch im Namen der Gerechtigkeit gegen die jüdischen Mitbürger, in