Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 11-12 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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187 das Geschrei des Judenhasses — wird die Anschauungsweise der Juden manchmal malerisch geschildert, in ihrer geschichtlichen Bedingtheit aufgewiesen, und die Summe der Ideen, welche der Juden Gemüther bewegen, sie zu Kampf und Hoffnung stacheln, in scharfen Umrissen gezeichnet. Der Herzschlag warmen patriotischen Gefühls, der sich darin äußert, der Gerechtigkeitssinn , welcher es durchziehet, verbunden mit einer knappen, gedankenreichen, manchmal bis zum Erhabenen sich aufschwingenden und hinreißenden Sprache, werden des Eindrucks nicht ermangeln auch bei Männern freierer Richtung, welche aber, geistigen Interessen zugänglich, sich einen unbefangenen Blick und Unheil für die Zeitgeschichte und die Bewegung des gegenwärtigen Lebens der Gesellschaft wahren wollen. Victor Aims Huber, der jüngst verstorbene große christliche Volksfreund und Nationalöconom bedauert in der Recension einer Biographie über Katharina Edward, ein Missionsleben rc., daß es so sehr an den Mitteln fehle, eine lebendige Einsicht in dies Gebiet zu gewinnen, und erklärt zum Theil aus dieser Schwierigkeit das vielfach mangelnde Interesse auch in ernster gesinnten und gestimmten Kreisen, zumal die ideale Bedeutung der Judenmission, für die er warm eintritt, nicht so auf der Hand liege. Hier ist eine geschichtliche, allen Mächten der Gegenwart Rechnung tragende Schrift. Ein liberales kirchliches Blatt behandelt die Mission mit weniger Wohlwollen und Anerkennung; gelegentlich einer Mittheilung über den Bericht einer Juden-Missionsgesellschaft zu Berlin sagt es: „Eine der unklarsten Unternehmungen in der Gegenwart ist unstreitig die Juden-Mission. Eine wahrhaft lebendige Kirche mit freiem gesunden Christenthum wird eine ganz andere und fruchtbarere Mission treiben. Sie wird nämlich nur ihr Licht leuchten lassen, und die Juden, deren Religion ja für sie selbst längst überlebt ist, werden sich von selber davon angezogen fühlen." Aber wir denken und finden das auch durch den Eindruck des besprochenen Buches bestätigt.