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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
11-12 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Ich scheide von meinem bisherigen Aufenthaltsorte, wo der HErr mir so viele Zeichen seiner Gnade gegeben und meine schwache Arbeit an Israel so reichlich gesegnet hat, mit schwerem Herzen, aber zugleich mit der trostreichen Ueberzeugung, daß es so der Wille Gottes ist, der meinen Lebensgang bisher sichtbar geleitet und mich auch ferner in seinem heiligen Dienste, wenn auch nur als geringes Werkzeug gebrauchen will. Auf seine Gnade und Treue will ich mich auch ferner verlassen und hoffen, daß Er mir auch in meinem neuen Berufe beistehen und das Werk, das Er mir anvertraut, segnen werde, wie Er es bis jetzt so gnädiglich gethan hat. Hier in Kischinew ist die Judenmission durch des HErrn Beistand gegenwärtig so weit geordnet und geregelt, daß ich hoffen darf, sie werde nun auch ohne meine Mitwirkung ihren stillen, gesegneten Gang fortgehen. Die Hauptschwierigkeiten, gegen die wir sonderlich in den ersten Jahren anzukämpfen hatten, sind nun mit Gottes Hilfe überwunden. — Hat doch der gnädige HErr auch die Herzen unserer Widersacher in der letzten Zeit so wunderbar gelenkt! Die Mißverständnisse und Vorurtheile der hiesigen Juden sind größtentheils geschwunden. Die Proselyten werden jetzt von ihren früheren Glaubensgenossen nicht nur geduldet, sondern zum Theil auch geachtet; ja, mir persönlich sind in der letzten Zeit einige der hiesigen angesehensten Juden sehr freundlich entgegen gekommen. Wer die Stellung der hiesigen Juden zu unserer Mission und zu uns vor einigen Jahren gekannt hat, wird zugeben müssen, daß diese Veränderung einem sichtbaren Wunder gleich kommt. — Auch hinsichtlich der pecuniären Lage hat der HErr über Bitten und Verstehen geholfen. Trotz der bedeutenden Summen, die zur Errichtung eines Asyls und Arbeitshauses für Proselyten in der letzten Zeit verausgabt worden sind, ist die Missionskasse noch nie in Verlegenheit gerathen und, so Gott will, sollte mit der Zeit auch noch ein eigenes Haus zu diesem Zwecke erbaut werden. Gegenwärtig bietet das gemiethete Haus für Buchbinder, Sattler, Steinstecher, Klempner und Tischler Raum, von denen die meisten Meister

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