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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
9-10 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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138 „Das Ende läßt sich voraussehn," erwiederte Cineas, „wer kann Rom widerstehn?" „Die Juden haben eine Hoffnung, von der die Römer nichts wissen/ „Immer noch Hoffnung!" „Ja, Hoffnung und mehr: Glauben, Ueberzeugung. Wir wissen, an wen wir glauben. Der Gott Abrahams wird seinen Bund nicht brechen. Er betrübt uns hart, wird uns aber dennoch erretten. Hart, sehr hart betrübt Er uns; wir haben gelitten, was nie vorher Menschen erduldet haben. Ach! warum geschieht dies Alles? Warum ist unser Jammer so groß? WaS haben wir gegen dich gethan, o Allerhöchster? Doch, ich rede thöricht. Er weiß, was er thm. Vielleicht wird die Erinnerung an dieses Elend uns später nur um so mehr von den Heiden trennen und uns noch fühlbarer zu seinem Eigenthum machen. Aber, der du in bet Höhe thronst, ist es noch nicht genug? Was verlangst du noch mehr? Wie lange sollen wir leiden? Wie lange soll der Feind triumphiren? Wie lange, Herr, ach wie lange!" Cineas rieth ihm die Unterwerfung, mit der sie vielleicht noch die Erhaltung des Tempels erkaufen könnten; Isaak wies solches Ansinnen zurück. „Die Zeit ist gekommen, wo die Reiche der Welt dem Herrn und seinem erwählten Volk gegeben werden. Wir können darum ferner thun, was wir gethan haben, für Ihn, der uns erlösen wird, unser Blut vergießen/ CineaS erkannte, daß eine solche Täuschung durch Worte nicht widerlegt werden könne. Jndeß drangen die so eben vertriebenen Römer mit neuen Schaaren in die Stadt ein; Cineas wurde durch sie befreit; Bezetha und Akra aber waren jetzt in römischem Besitz. Allein der Zion, die Burg Antonia und der Tempel waren noch den Juden geblieben. Die weitere Belagerung dieser Positionen wird beschrieben. Jndeß wüthet die Hungersnoth in der Stadt auf das Furchtbarste. Als Isaak von der Wittwe» welche ihr Kind schlachtete,

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