Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1871-01-01 · 5-6 (1871) · page 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
5-6 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554789-2554793--05576-2561537
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

93 wie aus der Apostelgeschichte 20, 23—25 deutlich zu ersehn ist. Folglich können auch die Juden, welche in der letzten Zeit an Jesum gläubig werden, ihr Gesetz bcibehalten, so lange bis ihnen Gott etwas Anderes offenbart. Es wird zwar dagegen eingewendet, was Paulus an die Galater schreibt: Wenn ihr euch beschneiden lasset, so ist euch Christus nichts nütze. Allein die Galater waren Brüder aus den Goim, wie aus . Galat. 4, 8 zu ersehn ist. Da eifert Paulus mit Recht, nach dem Schluß der Synode zu Jerusalem, daß sie sich nicht erst sollten beschneiden lassen. Es hat auch ein reformirter Theolog Jacobuö Renfendus solches erklärt, welcher in seiner Dissertation de fictis Judaeorum haeresibus (über die den Juden angedichteten Irrlehren) also schreibt: Wie man die Heiden nicht hat zwingen sollen, jüdisch zu leben und das Gesetz zu halten, so sollte man auch die Juden, die an Jesum glauben, nicht zwingen, nach der Heiden Weise zu leben und wider ihr Gesetz zu handeln. Nachdem ich diesen Punkt gegen die Juden geäußert habe, so sind einige ausdrücklich zu mir gekommen, um mich darüber zu befragen. Einer sagte zu mir: Ihr habt mir ein großes Licht in der Sache gegeben und habt mir einen großen Anstoß aus dem Wege geräumt. Wenn also der Heiland einmal die Decke von ihnen nehmen und sich ihnen offenbaren wird, so wird sich das Volk Gottes wieder in die Brüder aus den Juden und die Brüder aus den Goim theilen; wobei sich die Brüder aus den Goim in Acht zu nehmen haben werden, daß sie den Brüdern aus den Juden ihre Weise nicht aufbringen wollen, und die Brüder aus den Juden müssen sich nicht embilden, daß sie noch einen Vorzug haben, als welches zu der Apostel Zeit manche Uneinigkeit verursacht hat, wie man aus ihren Briefen sieht. Denn die Gerechtigkeit kommt nicht aus dem Gesetz, sondern bei den Jllden und den Völkern aus dem Glauben an Jesum. 4) Es ist sehr nöthig, daß die Juden einen rechten Begriff von dem Volke Gottes unter den Goim bekommen, damit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.