Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 3-4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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81 halte ich nicht nöthig dawider zu disputiren, weil ich z. E. gute Seelen unter uns kenne, die aus Liebe zu euch sich aller der Speisen enthalten, die euch verboten sind. R. Aber ihr macht den Messiam zum Gott. Und eS heißt: höre, Israel, der Herr dein Gott ist ein Herr. P. ES heißt ja: höre Israel, der Herr unser Gott, der Herr ist einer; etwa nach unserer Art zu reden: der Immanuel, und der Herr oder der Geist, oder: der Vater, daS Wort und der heilige Geist ist der einige Gott und Regent der ganzen Welt. Aber lieber Herr Nathan, wie war Adam vor dem Fall geschaffen? N. Nach Gottes Bilde. Lasset uns Menschen machen, ein Bild, daS uns gleich sei. P. Jst's nicht wahr, daß Adam am Geiste gestorben ist? N. Za! P. Damit war er gewesen als Gottes einer, und ward nun Gott ungleich; denn er und seine Nachkommen müssen erst einen neuen Geist in sich kriegen, darnach werden sie wieder ganze Menschen. Was ist nun ein Mensch wie Gott? ein Mensch, der Geist und Leib und Seele hat? ist er nicht drei Menschen? N. Was sagt der Herr? P. Er muß ja drei Menschen sein: Leib ist eins, Seele ist zwei, Geist ist drei. N. Nein! Nein! er ist denn doch nur ein Mensch. P. Nun also sieht er wohl, Nathan, daß es ganz natürlich zugeht, wenn Vater, Sohn und Geist, wenn der Herr, der Immanuel und der Herr der Geist nicht drei Götter sind, sondern ein einiger Herr, ein einiger Gott, und daß es so wenig eine Abgötterei ist zu sagen Elohim im Plural, alö Jehovah im Singular. N. Ich habe noch uie keinen so reden hören. Der Herr ist ein wackerer Herr, das muß ich ihm gestehn; aber in meiner Religion halten wir das anders. P. DaS glaube ich wohl, Blindheit ist Israel eines Theils widerfahren. Ich habe ein herzliches Mitleiden mit allen Juden.