Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 3-4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554789-2554792--05532-2561492- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
50 P. Mein lieber Nathan, die Thorah ist ja henlich, und wenn man das Evangelium versteht, da läßt sie sich noch einmal so ^ut halten. N. Ich verstehe den Herrn wohl, er meint sein Neu Testament. Wir Juden haben nur eine hebräische Bibel, wir wissen von keiner anderen. P. Ich weiß nicht, ob's die Zeit und des Herrn Gelegenheit sein möchte, darüber weitläufiger zu werden, sonst wollte ich auch wohl etwas antworten. N Ich mag gern diSputiren. Weiß der Herr was von der Cabbala? P. Rein. R. Von Seder Olam? P. Rein. R. Hat der Herr den Talmud gelesen? P. Welchen meint Herr Nathan? Den Amsterdamer oder Leipziger? N. O! der Leipziger, der ist verfälscht. Ich meine unfern Amsterdamschen und den polnischen Talmud, der zu Rackau gedruckt ist, der ist richtig. P. Es ist eben so viel Unterschied nicht darunter. Auf die paar Lästerungen wird'S nicht ankommen, die in dem Leipziger weggelassen find; und die Lästerungen auf Christum sind allerdings ungeschickt und albern; was ein rechtschaffener Jude ist, soll sich nicht damit einlassen. N. Ich halte nichts davon und habe keine Ursach auf Christum zu fluchen; aber ich kann ihn nur für das nicht halten, wofür ihn der Herr auSgibt. P. 3ch sehe ihn für einen ehrlichen Mann an. Darf ich aufrichtig und der Sache gemäß reden, so will ich was sagen. R. Ich habe Erlaubniß von der Religion zu sprechen; ich kann ihm Bescheid geben. P. Ich bin kein DiSputirer und auf gelehrte Sachen mit ihm mich einzulaffen ist mein Werk nicht, auch keine Sache für die umstehenden Hausgenossen, ich glaub's auch kaum für seine