Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 3-4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 W. B. Der Herr verzeihe mir, ich habe wohl nicht die Ehre ihn zu kennen, aber er sieht mir gar christlich aus. Nichts für ungut! P. Mein Freund, ich habe nichts mit euch auszumachen, der Herr Wirth beliebt nur so zu reden. W. Bruder! ich dächte doch, du gingst zum Juden, und sähest, daß du eS mit ihm machtest: Herr N. muß sein Gut wieder nehmen. W. B. Das wird er nicht thun; ich will aber sehn, daß ich den Mauschel damit beluxen kann. P. So werden Sie einander nichts vorzuwerfen haben. W. B. Wie kann man sich anders helfen? W. Mein Bruder ist ein wilder Mensch, mein Herr! ich bin auch nicht weit her; aber mein Bruder hat sich allemal so waS heraus genommen. Warum haben Sie ihn nicht bestraft? P. Lieber Herr Wirth! wenn man mit Nutzen bestrafen will, so müssen die Gemüther darauf präpariret sein, sonst ist's Schade um die Worte. Sein Bruder ist noch zu roh zu christlichen Bestrafungen; aber ich hätte sonst was bei seiner Rede zu erinnern gehabt, wenn es die Umstände gelitten hätten. W. Will nur's mein hochgeehrter Herr sagen, eS wird bei mir nicht umsonst sein. P. Wenn's erlaubt ist, sehr gerne, und ich wünsche, daß ich es zu rechter Zeit, an dem rechten Ort, ihrer Vielen zugleich sagen könnte; denn es däucht mich eine wichtige Materie zu sein. Sein Bruder nannte den Juden einen Mauschel und einen Schelm, das ist nicht einerlei. Er nannte ihn verflucht; daran ist so etwas, ja! obwohl es im Diseurs nur ein unnützes und sündliches Wort ist; aber das ist gewiß eine harte Sache, mit dem Juden so umzugehn. Es ist nicht allein hart, sondern es ist sehr absurd, und ich kann mich nicht genug wundern, wo Christen hindenken müssen, daß sie sich solche Unformen angewöhnen. W. WaS heißt denn ein Mauschel? P. Mauschel heißt ein gebietender Herr, und es hat den