Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 12 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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224 und ersetze alsdann diesen Mangel durch eine vornehme Verachtung desselben. Insbesondere aber verurtheilt er die Haltung der katholischen Presse in ihrem Verhalten gegen die Juden. Ihm selbst habe das Herz gar oft bei dem unchristlichen Treiben derselben geblutet, er sei aber auf seine Bitten, doch solchem Verfahren ein Ziel zu setzen, mit den einfachen Worten: „Schuster bleib bei deinem Leisten" abgewiesen worden. Schließlich hofft er, daß die Bischöfe, welche in so großer Zahl daS Postulat hinsichtlich der Juden dem Concil überreicht hätten, den ihnen untergebenen Blättern die Weisung zugehn lassen würden, von jetzt an Israel gegenüber in Liebe zu verfahren, eingedenk des Wortes: „tröstet, tröstet mein Volk" und „wohl denen, die mit Jerusalem freundlich sprechen." Der Verfasser schließt seinen einer lutherischen Zeitschrift zugestellten Artikel: Ich wollte über die Judenmission innerhalb der katholischen Kirche berichten. Den Lesern wird eS vielleicht nicht unangenehm gewesen sein zu hören, waS wir leisten und wie viel uns noch fehlt. Gebe Gott darum, daß wir Alle, die wir miteinander bekennen, daß der Herr Jesus Christus ist der eingeborne Sohn Gottes und der Heiland der Welt, einstens am Throne Gottes ganz Israel versammelt finden in Anbetung des Lammes, das für uns erwürgt worden ist. Bis dahin aber laßt uns gemeinschaftlich beten: „Zu uns komme dein Reich." So weit dieser römische Proselyk. Wir Evangelischen können von ihm nicht verlangen, daß er in seinem Glauben uns gleich sei; aber wir werden ihm bekennen müssen, daß wir ihm mit Freuden die Bruderhand reichen können; ist ihm doch Christus der wahrhaftige Mittelpunkt wie uns, und ist er doch fern vom Verdammen derer, welche, obwohl nicht römisch, vor dem Lamme ihre Kniee beugen. Ueberhaupt bietet die Judenmission der katholischen Kirche vielleicht eine ihrer nächsten Berührungspunkte mit uns Evangelischen dar; sie hat nicht umhin gekonnt an dieser Stelle von den Heiligen mehr zu schweigen und den einen Namen, in dem alles Heil beruht, lebendiger in den Vordergrund treten zu lassen. Dessen wollen auch wir uns freuen und dabei wieder einmal unseren jüdischen Brüdern gegenüber es aussprechen: was uns Christen der verschiedenen Confesstonen eint, ist Jesus Christus, kommt auch zu ihm, er ist Kern und Stern, ist A und O unseres Glaubens, unserer Seligkeit. Dieses Blatt erscheint jährlich in 8 bis 10 Heften, zusammen 12—14 Bogen. Preis für den Jahrgang 10 Sgr. Zn Commisfion- Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.